"Das war weder erwartet noch ist die Entscheidung nachvollziehbar. Aus meiner Sicht sind die Beschäftigten stinksauer und wir sind bereit um den Standort zu kämpfen", macht Wladislaw Wolter, politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal, deutlich. Konkret fordert die Gewerkschaft IG Metall jetzt den Erhalt des Standorts des Filterherstellers Mann+Hummel in Speyer.
Stellenabbau bis 2028 Große Sorgen bei Mann+Hummel in Speyer: Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Es geht um 600 Stellen beim Filterhersteller Mann+Hummel in Speyer. Das Unternehmen plant den Standort zu schließen. Die Ängste sind groß. Wir haben mit Mitarbeitern gesprochen.
Dort stehen rund 600 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das Unternehmen hatte vergangene Woche angekündigt, den Standort bis 2028 schließen zu wollen. Laut IG Metall ist dieser Schritt nicht wirtschaftlich notwendig, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Der Geschäftsführung zufolge liege es nicht an der Leistung der Belegschaft, trotzdem soll der Standort geschlossen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall.
IG Metall kämpft für Mann+Hummel-Standort in Speyer
Der politische Sekretät der IG Metall erklärte, die Gewerkschaft werde die Schließung in Speyer nicht akzeptieren. "Wir fordern das Unternehmen auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen und mit uns über Zukunftsperspektiven und alternative Szenarien zu sprechen", sagt Wolter. Dafür soll gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Team gebildet werden, das schaut, wie es weitergeht.
Mitarbeiter von Mann+Hummel in Speyer verärgert
Zu der Betriebsversammlung am Dienstag kamen 450 Mitarbeiter. Dort wurden sie offiziell von der Geschäftsführung über die geplante Schließung informiert. Viele Beschäftigte reagierten laut Wolter verärgert – auch, weil einige nach Angaben der Gewerkschaft zunächst über Medienberichte oder Bekannte von den Plänen erfahren hatten und nicht direkt vom Unternehmen selbst. "Der Schließungsbeschluss für Speyer hat alle Beschäftigten völlig unerwartet getroffen", sagt Wolter.
Wir fordern das Unternehmen auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen und mit uns über Zukunftsperspektiven und alternative Szenarien zu sprechen
Vor der Entscheidung zur Schließung habe es keinen Austausch mit dem Betriebsrat oder der IG Metall über weniger drastische Maßnahmen, alternative Konzepte oder mögliche Weiterentwicklungen gegeben. Seit der Betriebsversammlung sei für viele Beschäftigte daher klar: Die Schließung des Standorts Speyer diene vor allem der weiteren Gewinnsteigerung des Unternehmens, heißt es in einer Pressemiteilung der IG Metall.
Filterhersteller aus Ludwigsburg 600 Beschäftigte betroffen: Mann+Hummel will Speyerer Standort schließen
Der Filterhersteller Mann+Hummel hat bekannt gegeben, seinen Standort in Speyer bis Ende 2028 zu schließen. Ein Grund ist die schwache Wirtschaftslage.
Verlagerung von Mann+Hummel ins Ausland möglich
Sowohl Beschäftigte als auch Gewerkschaft gehen davon aus, dass die Produktion ins Ausland verlagert werden könnte. Eine Sprecherin von Mann+Hummel sagte gegenüber dem SWR, eine Entscheidung über den Standort der Verlagerung innerhalb Europas stehe noch nicht fest. Die Verhandlungen würden voraussichtlich mehrere Monate dauern. Erst danach werde sich das Unternehmen äußern.