Wer erwischt wird, spricht oft von "Abzocke" - dabei ist der Bußgeldkatalog eindeutig. Die Zentrale Bußgeldstelle des Landes Rheinland-Pfalz hat 2025 etwa 120 Millionen Euro kassiert. Die Behörde bearbeitet unter anderem Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr wie Tempo- oder Abstandsverstöße oder Fälle von Handynutzung am Steuer.
Insgesamt liefen 2025 knapp 2,6 Millionen Verfahren, mehr als 90 Prozent aller Fälle betrafen Tempoverstöße. Die Gebühreneinnahmen der Bußgeldstelle fließen in den Landeshaushalt, so ein Sprecher des Innenministeriums.
Damit ist die Zahl der Verfahren und die Summe der Gelder erneut gestiegen.
Mehr als 9.000 Autos bei Ludwigshafen geblitzt
Einsamer Spitzenreiter im vergangenen Jahr war die Bundesstraße 9 bei Ludwigshafen. Hier waren wegen Straßenschäden und tiefer Schlaglöcher monatelang nur 50 statt 100 Stundenkilometer erlaubt. Das schien viele Autofahrer nicht zu stören - bei 35 Kontrollen wurden weit über 9.000 Verstöße festgestellt. Davon waren viele so erheblich, dass Fahrverbote verhängt wurden. Spitzenwert: 130 km/h.
Auch Städte nehmen Millionenbeträge ein
Auch die fünf größten rheinland-pfälzischen Städte nahmen im vergangenen Jahr Millionenbeträge durch Geschwindigkeitsverstöße im Straßenverkehr ein. Insgesamt wurden in Mainz, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Trier und Koblenz rund 340.000 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Es kamen Einnahmen von knapp 12,6 Millionen Euro zusammen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur.
Allein in Mainz flossen 2025 aus Verwarn- und Bußgeldern rund 4,1 Millionen Euro in die Stadtkasse, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Das Geld geht in den städtischen Haushalt. In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gibt es neun stationäre Blitzer, dazu werden drei mobile und eine halbstationäre Anlage eingesetzt, sagte die Sprecherin.