Viel Konkurrenz auf dem Markt

Fahrradbranche RLP stabilisiert sich in der Krise

Während Corona boomte die Fahrradbranche, dann stürzten Umsatz- und Absatzzahlen ab. Mittlerweile stabilisiert sich die Lage - vor allem für spezialisierte Betriebe.

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Stand

Von Autor/in Christoph Mautes

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Räder verkauft. Das geht aus Zahlen hervor, die die drei größten Fahrradverbände ZIV, Zukunft Fahrrad und VSF bekanntgegeben haben.

Nach Corona-Boom und Einbruch: Fahrradbranche holt auf

Während Corona boomte die Branche, 2020 kauften die Deutschen insgesamt fünf Millionen Fahrräder. Von diesen Zahlen ist die Branche zwar weit entfernt. Doch nach einigen schwierigen Jahren mit Verkaufsrückgängen und Überkapazitäten stabilisiert sich die Fahrradbranche langsam wieder.

Etwas mehr als 50 Prozent der verkauften Räder sind E-Bikes. Ihr Bestand hat sich in den vergangenen 10 Jahren fast versiebenfacht und auf einem hohen Verkaufsniveau eingependelt. Außerdem steigt die Nachfrage nach hochwertigen Sporträdern, wie Gravel- oder Rennrädern. Das erklärt auch, warum die Umsätze mit knapp 5,9 Milliarden Euro deutlich über dem Vor-Corona-Niveau liegen, obwohl die Anzahl der verkauften Räder nicht gestiegen ist.

Bike-Discount: Einer der größten Onlinehändler für Fahrräder

Das Unternehmen Bike-Discount in Grafschaft im Kreis Ahrweiler verschickt durchschnittlich jeden Tag 6.000 Päckchen und Pakete. In den letzten Jahren ist Bike-Discount zu einem der größten Onlinehändler für Fahrräder und Zubehör in Europa aufgestiegen - und das in einem sehr schwierigen Marktumfeld. 

Ralf Heisig, einer der beiden Geschäftsführer, spricht von vielen Insolvenzen auf Herstellerseite und auf Seiten der Händler. Jeder müsse schauen, dass er seine Ware, die nicht mehr nachgefragt sei, trotzdem verkaufe und Gewinn damit erziele. 

Viel Konkurrenz auf dem Fahrradmarkt

Gewinn zu erwirtschaften ist für viele Fahrradhändler zunehmend schwer, denn der Preiskampf tobt. Für Bike-Discount ist das grundsätzlich etwas Gutes: Denn das Unternehmen kauft oft Sonderposten in sehr großen Mengen.  

Bike-Discount vermarktet allerdings auch Fahrräder unter einer Eigenmarke, die sich teils nicht mehr verkauft hätten. Das Unternehmen machte einerseits Verluste, konnte andererseits aber auch von anderen Herstellern Ware, Räder und zu viel produzierte Teile sehr preisgünstig einkaufen.

Rheinland-Pfalz ist Wachstumsland im Fahrradgeschäft

Der Markt pendelt sich immer noch ein, sagen Branchenvertreter. Rheinland-Pfalz sei dabei eines der Wachstumsländer. Nicht nur dank des Platzhirsches Canyon, so Burkhard Stork, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV).

Der Jahresstart war bei Bike-Discount in Grafschaft etwas verhalten. Aber zuletzt hat das Geschäft angezogen, so das Unternehmen. Die ersten warmen Tage hätten die Bestellungen angekurbelt. Auf das restliche Jahr blickt der Geschäftsführer gespannt. Wegen Überkapazitäten werde 2026 nicht das Jahr sein, in dem "wieder alles gut" sei.

2026 wird nicht das Jahr sein, wo wieder alles gut ist. Weil nicht nur in Deutschland Überkapazitäten liegen. Die Überkapazitäten sind auch in Fernost, wo die Räder hergestellt werden 

Bike-Discount macht aktuell rund 70 Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Auch zukünftig will das Unternehmen weiterwachsen und noch internationaler werden. Der große Rest der Fahrrad-Branche dürfte dagegen einfach auf "normale" Zeiten hoffen. 

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Christoph Mautes
Onlinefassung
Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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