70 Jahre deutsch-italienisches Anwerbeabkommen

Zwischen alter und neuer Heimat: Die Geschichte einer Gastarbeiterfamilie

Vor 70 Jahren unterzeichneten Deutschland und Italien das sogenannte deutsch-italienische Anwerbeabkommen. Deutsche Unternehmen konnten nun italienische Arbeiter legal beschäftigen.

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Einer von ihnen kam vor mehr als 50 Jahren zum Arbeiten nach Mainz und blieb: Mario Reale. Für ihn ist es eine kleine Reise in die Vergangenheit, als er zusammen mit seinem Sohn Vincenzo Fotos aus früheren Jahrzehnten anschaut: "Da ist Deutschland, ich glaube, in Zornheim haben wir gelebt", überlegt Vincenzo. "Ja, in Zornheim, ja...", bestätigt sein Vater.

Gastarbeiter kamen aus der Türkei, Spanien oder Italien

Wie geht es ihm, wenn er die alten Bilder sieht? "Ah, ich will zurück in diese Zeit, aber es geht nicht mehr." Es war eine Zeit, in der Millionen sogenannter Gastarbeiter nach Deutschland kamen - seit den fünfziger Jahren. Aus Italien oder Ländern wie der Türkei und Spanien, mit denen ähnliche Abkommen geschlossen wurden. Die Menschen halfen mit beim deutschen Wirtschaftswunder. Deutschland wurde ein Einwanderungsland.

Mario Reale kam 1973 im Januar nach Deutschland, die älteren Geschwister waren schon hier. Er arbeitete im Garten- und Landschaftsbau - weit mehr als acht Stunden am Tag. Danach half er oft noch beim örtlichen Landwirt, erzählt er. "Ich war die ganze Zeit, wo ich hier in Deutschland gelebt habe, nie einen Tag arbeitslos oder in Kurzarbeit."

"Und dann lebt man halt hier in Deutschland"

Und dann nahm das Leben seinen Lauf: Reale heiratete, anschließend kamen die vier Söhne auf die Welt. Vincenzo erzählt: "Die sind zwar hier nach Deutschland gekommen und haben vielleicht am Anfang gedacht: Okay, lass uns Geld verdienen, lass uns was in Italien aufbauen. Aber mit den Jahren hat sich das alles geändert. Die Kinder sind auf die Welt gekommen, die Kinder sind in den Kindergärten, die Kinder sind in der Schule, die Kinder haben ihre Ausbildung, und dann lebt man halt hier in Deutschland."

Die Sehnsucht nach Italien ist geblieben

Ein Teil der Familie ist mittlerweile wieder zurück nach Italien gegangen. Geschwister, oder seine Nichte. Und dann zeigt Mario Reale ein Bild seines Heimatortes Riccia in Italien - die Sehnsucht ist spürbar. Bald will er mehr Zeit im Jahr dort verbringen. "Riccia fehlt mir. Ich will so schnell es geht zurück."

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