Aktuelle Umfrage zur Belastung der Pflegekräfte

Gewalt gegen Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz nimmt zu

70 Prozent der Pflegekräfte in RLP berichten von körperlichen Angriffen durch Patienten oder Angehörige. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach und der Landespflegekammer.

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Stand

Hoher Zeitdruck und ein stetig ansteigender Verwaltungsaufwand seien ebenfalls für mehr als 70 Prozent der Beschäftigten ein Problem. Gerade im Schichtdienst seien die Pflegefachpersonen so stark beansprucht. Das gehe auf Kosten der direkten Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Gewalt für die meisten Pflegekräfte ein Problem

Die Landespflegekammer warnt: Gewalt gefährdet die Pflege in Rheinland-Pfalz. Der neuen Studie der Landespflegekammer zufolge berichten mehr als zwei von drei Pflegerinnen und Pflegern von Übergriffen durch Patientinnen und Patienten oder deren Angehörige.

Fast 50 Prozent der unter 30-jährigen Beschäftigten gab zudem an, fachlich nur unzureichend auf diese Herausforderungen vorbereitet zu sein. Sie seien zudem überdurchschnittlich oft von Gewalt betroffen.

Altersarmut bleibt als Risiko Altenpflegekräfte in RLP verdienen so gut wie nie zuvor

Altenpflegekräfte verdienen im Mittel über 4.000 Euro in RLP, teilte die Landespflegekammer mit. Sie verdienen mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten bundesweit.

Zufriedenheit der Pflegekräfte steigt dennoch

Trotz der hohen Belastung in der Pflege gaben gut die Hälfte der Befragten (51 Prozent) an, mit der beruflichen Situation zufrieden zu sein. Das sei erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019 der Fall. Mit dem Einkommen seien 53 Prozent der Befragten zufrieden.

Wir sehen eine erfreuliche Entwicklung bei der Zufriedenheit der Beschäftigten - sie darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die zentralen Probleme ungelöst bleiben

Dokumentation kostet jeden Tag mehrere Stunden

Druck für die Beschäftigten entstehe auch durch einen hohen Verwaltungsaufwand. Das gaben 73 Prozent der Befragten an. Rund ein Drittel der Beschäftigten wende täglich 1,5 Stunden für Dokumentation auf. jeder Fünfte sogar bis zu fünf Stunden.

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Pflegekammer fordert Deeskalationstrainings und vereinfachte Bürokratie

Um die Pflegekräfte zu entlasten und besser vorzubereiten, sollte die Dokumentation vereinfacht werden, fordert die Landespflegekammer. Außerdem sollten digitale Anwendungen stärker einbezogen werden.

Um auf sich anbahnende Übergriffe besser reagieren zu können, bräuchten die Pflegefachkräfte außerdem Deeskalationstrainings sowie psychologische Unterstützung, so die Pflegekammer.

Der Landespflegekammer gehören nach eigenen Angaben in Rheinland-Pfalz rund 40.000 Mitglieder an. Die Mitgliedschaft ist verpflichtend, was vielen Pflegekräften missfällt. Neben Rheinland-Pfalz gibt es eine solche Einrichtung nur in Nordrhein-Westfalen.

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