Die Kamera erkennt mithilfe einer speziellen Software, ob die Fahrerinnen und Fahrer am Steuer telefonieren oder auf ihre Handys schauen. Wenn ja, löst sie aus und macht ein Foto. Wer erwischt wird, bekommt einen Punkt in Flensburg und einen Strafzettel über 100 Euro.
Wie die Polizei Mainz mitteilte, wird die Spezialkamera abwechselnd auf diesen beiden Strecken eingesetzt:
- A60 bei Ingelheim in Fahrtrichtung Mainz (Höhe Km 33,7)
- A61 bei Gundheim (Kreis Alzey-Worms) in Fahrtrichtung Koblenz (Höhe Km 334,9)
Nach Angaben der Polizei weisen Schilder Autofahrer daraufhin, dass sie von der Monocam gefilmt werden.
Drei Jahre nach Testlauf in Trier Autofahrer aufgepasst: Erster Handyblitzer für Autobahnen kommt
Ab jetzt darf die Polizei in Rheinland-Pfalz sogenannte Handy-Blitzer einsetzen. Das erste Gerät soll bald beschafft werden. Vor drei Jahren wurden die Blitzer in Trier getestet.
70 Meter Blindflug durch zwei Sekunden Ablenkung
Die Polizei begründet den Einsatz der Monocam mit der Gefahr, die von abgelenkten Fahrern ausgehe: Wer bei Tempo 130 zwei Sekunden auf sein Handy blicke, sehe 70 Meter lang nicht, was vor ihm passiere. Und "wer nur eine Sekunde bei 150 km/h die neuen Instagram-Stories liest, hat schnell 40 Meter im Tunnelblick zurückgelegt."
Die Spezialkamera ist seit dem Frühjahr in Rheinland-Pfalz im Einsatz - zuletzt im Bereich des Polizeipräsidiums Trier. Auch in Mainz wurde sie bereits getestet. Seitdem hat sie mehr als 300 Fahrer mit Handy am Steuer erwischt. Wie die Monocams funktionieren, sehen Sie hier:
1.000 Unfälle pro Jahr durch Handynutzung
Innenminister Michael Ebling (SPD) hatte Mitte April erklärt, rund 1.000 Unfälle pro Jahr seien im Land auf eine Ablenkung am Steuer zurückzuführen. 2024 seien bei solchen Unfällen drei Menschen ums Leben gekommen.
Bislang verfügt die rheinland-pfälzische Polizei nur über eine einzige Monocam. Künftig sollen jedoch alle fünf Polizeipräsidien im Land mit der Kamera ausgestattet werden, heißt es.