Es sind zwar nur Empfehlungen, die das Bildungsministerium in dem 24-seitigen Papier auflistet, doch sie sind deutlich: nach Möglichkeit sollen Handy, Smartwatches oder andere digitale Endgeräte in der Schule ausgeschaltet bleiben.
Vor allem Grund- und die Primarschüler an Förderschulen sollen digitale Endgeräte künftig in der Schultasche lassen oder in sogenannten Handygaragen aufbewahren.
Keine Handys auf Klassenfahrten für Schüler der 5. und 6. Klasse
Für ältere Kinder von der 5. bis zur 10. Klasse sollen die Nutzungszeiten möglichst klar definiert sein. So ist es - laut Empfehlungen - denkbar, beispielsweise die Nutzung des Handys für eine bestimmte Zeit in der Mittagspause zuzulassen. Ansonsten aber sollen die digitalen Endgeräte gar nicht erst angeschaltet werden. Außerdem sollen Kinder in der 5. und 6. Klasse bei schulischen Veranstaltungen, wie Klassenfahrten oder Wandertagen keine Handys nutzen dürfen.
Für die Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse soll die Eigenverantwortung im Vordergrund stehen. Allerdings soll auch in dieser Altersstufe das Handy im Unterricht nicht privat genutzt werden. Zum direkten Arbeiten auf Lernplattformen und zum Recherchieren dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Geräte aber einsetzen.
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Bildungsminister: "Orientierung für Schulen wichtig"
Die Diskussion um ein Handyverbot an Schulen läuft schon seit einiger Zeit. Hessen hat seit diesem Schuljahr ein generelles Handyverbot an Schulen eingeführt, auch in Bremen ist die private Nutzung digitaler Endgeräte den Schülern nicht erlaubt. In anderen Bundesländern wiederum gibt es keine absoluten Verbote.
Ein generelles Handyverbot lehnt auch der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) ab: "Wir wollen unseren Schulen Orientierung geben, damit sie vor Ort gemeinsam und demokratisch herausfinden können, wie sie die Handy-, Tablet- und Smartwatchnutzung gestalten wollen. Das tun wir mit einem neuen Rahmen."
Rheinland-Pfalz setze auf den Ausbau der Medienbildung, seit diesem Schuljahr werde zudem Informatik als Pflichtfach nach und nach in den Schulen eingeführt. "Pauschale Handyverbote würden dieser Entwicklung zuwiderlaufen", sagte der Minister.
CDU-Opposition: Schulen werden allein gelassen
Die CDU-Fraktion kritisiert, das Bildungsministerium lasse die Schulen mit den jetzigen Empfehlungen allein. Sie fordert eine verbindliche und landeseinheitliche Regelung. Grundsätzlich spricht sich die CDU für ein weitgehendes Handyverbot im Land aus.
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Zustimmung vom VBE
Der Landesverband Bildung und Erziehung (VBE) dagegen begrüßt die Empfehlungen. "Ein Verbot ist nicht nötig, denn viele Schulen im Land haben ohnehin schon die Handynutzung geregelt. Durch diese Empfehlung wird denen nichts genommen, die anderen Schulen können sich an den neuen Richtlinien orientieren." Das helfe auch bei der Argumentation gegenüber Schülern und Eltern, sagt der VBE-Vorsitzende Lars Lamowski.
Regeln sollen im kommenden Schuljahr kommen
Den Schulen wird empfohlen, bis zum Schuljahr 2026/27, also nächstes Schuljahr, Regelungen zu erlassen. Für die Schulen heißt das: Sie haben jetzt ein Jahr Zeit, Lösungen zur Nutzung von Handys an Schulen zu erarbeiten - und zwar gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Schülern.