Das ist ein beachtlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als die rheinland-pfälzische Polizei rund 100 Fälle verbotener Drohnenflüge meldete. Von den 260 in diesem Jahr gesichteten Drohnen flogen 46 verbotenerweise über oder in der Nähe von Militäranlagen in Rheinland-Pfalz. Chemieunternehmen waren in 13 Fällen betroffen, in zwei Fällen wurden Drohnen in der Nähe von Betrieben entdeckt, die für die Rüstungsindustrie arbeiten.
Polizei konnte keine Drohnen identifizieren
Die Statistik beruht laut Innenministerium auf Drohnensichtungen, die der Polizei gemeldet wurden. Die Polizei habe keine dieser Drohnen technisch detektieren können - das bedeutet: eine Drohne mit technischen Mitteln und Sensoren zu erfassen, zu identifizieren und ihren Standort zu bestimmen, um Gefahren zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Dies lasse darauf schließen, dass es sich um unkonventionelle, technisch veränderte oder militärische Drohnen handeln könnte, teilte das Ministerium mit.
Drohnen sollen offenbar verunsichern und auskundschaften
Auch die Hintergründe für die illegalen Drohnenflüge bleiben oft unklar. Das Innenministerium verweist auf vergleichbare Fälle im gesamten Bundesgebiet, in Europa, wie in den vergangenen Tage etwa in Dänemark, und den USA. Es bestehe der Verdacht, dass die Flüge nicht nur vereinzelt dazu dienen sollen, kritische Infrastrukturen auszukundschaften und für Verunsicherung zu sorgen.
Innenminister Ebling spricht von "hybrider Kriegsführung" Drohnen über der Air Base Ramstein - es war offenbar russische Spionage
Hinter den illegalen Drohnenflügen über der Air Base Ramstein steckt wohl Russland. Innenminister Ebling (SPD) sagt, die Ausspähversuche seien Teil der hybriden Kriegsführung.
Im vergangenen Jahr hatten beispielsweise Drohnenflüge über der Air Base Ramstein für Aufsehen gesorgt. Innenminister Michael Ebling (SPD) vermutete damals, dass es sich um Ausspähversuche Russlands handele.
Bundesinnenminister Dobrindt will Drohnenabwehr verstärken
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte am Donnerstag im Bundestag an, bei der Drohnenabwehr "aufrüsten" zu wollen. Gründe seien unter anderem die zunehmenden Luftraumverletzungen bei europäischen Nachbarn und Drohnenüberflüge. Geplant sei zudem eine Reform des Luftsicherheitsgesetzes, so Dobrindt.