Die "Integrationsmanager" sind der Kern eines Konzepts, auf das sich die kommunalen Spitzenverbände mit der Ampel-Regierung geeinigt haben. Alle 36 kreisfreien Städte und Landkreise sollen künftig einen "Integrationsmanager" oder "Integrationsmanagerin" einstellen können.
Welche Aufgabe haben die "Integrationsmanager"?
Die Städte und Gemeinden können künftig Personen einstellen, die alle Angebote zur Integration und die Akteure, die damit befasst sind, miteinander vernetzen. Dazu gehört etwa, Ansprechpartner für die zahlreichen Ehrenamtlichen in Flüchtlings-Initiativen zu sein. Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) sagte, gerade alltägliche Probleme wie Wohnungssuche oder das Ausfüllen eines Antrags würden darüber entscheiden, ob Integration gelinge.
Als Beispiel nannte Binz eine Familie, die neu in eine Kommune zieht und zeitgleich eine Wohnung, Kita- und Schulplätze finden muss und die Sprachkurse, Übersetzungshilfen und Beratungstermine braucht. Ein "Integrationsmanager" könne mit regelmäßigen Gesprächsrunden, etwa zwischen Jugendamt, Schule und Ehrenamtsnetzwerken, sicherstellen, dass die Maßnahmen ineinander greifen und dort, wo Lücken sind, unterstützen.
Wer bezahlt die "Integrationmanager"?
Gefördert werde jeweils eine Vollzeitstelle mit bis zu 60.000 Euro, zuzüglich Sachkosten in Höhe von 20.000 Euro, kündigte Binz an. Im laufenden Jahr sind laut ihrer Aussage dafür eineinhalb Millionen Euro und im kommenden Jahr drei Millionen Euro im Haushalt vorgesehen. Nach der Sommerpause könnten die Kommunen die Anträge stellen, sagte Binz.
Gibt es Kritik an dem Konzept?
Mit den "Integrationsmanagern" allein könnten die herausfordernden Aufgaben sicherlich nicht allein bewältigt werden, sagte Steffen Antweiler vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz. Gerade finanzschwache Orte bräuchten mehr Geld, um Flüchtlinge zu unterstützen. Andreas Göbel vom Landkreistag forderte, dass zwischen Bildungs-, Arbeitskräfte- und humanitärer Zuwanderung differenziert werden müsse, weil diese Gruppen unterschiedliche Bedürfnisse hätten.
Der Flüchtlingsrat bedauerte, dass er bei der Erarbeitung des Konzepts nicht einbezogen wurde. Er begrüßte aber, dass nun in den Kommunen Integration von Anfang an mitzudenken sei. Mit hauptamtlichen Stellen könnten Ressourcen gebündelt und ehrenamtliche Initiativen entlastet werden, so der Verein.