Spitzenkandidat Freie Wähler

Joachim Streit forderte Abschaffung des Umweltministeriums

Im Sommerinterview von SWR Aktuell nannte der designierte Spitzenkandidat Streit die Forderung nach einer Abschaffung des Umweltministeriums in Rheinland-Pfalz "Populismus". Nun kommt raus: Genau das forderte er nur Tage vorher.

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Von Autor/in Frederik Merx

Am 15. Juni feierten sich die Jäger im Eifelkreis Bitburg-Prüm selbst. Anlass war das 75-jährige Bestehen der Kreisgruppe im Landesjagdverband. Rund 100 Mitglieder kamen auf das Schloss Hamm - zu einem Fest mit Jubiläumstorte, Blasmusik und Ehrengästen. 

"Umweltministerium abschaffen"

Auch Grußworte von Politikern aus der Region waren vorgesehen - einer von ihnen: Joachim Streit, designierter Spitzenkandidat der Freien Wähler für die rheinland-pfälzische Landtagswahl 2026.

Dass er als Mitglied einer Oppositionspartei auch gegen das geplante neue Landesjagdgesetz von Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) wettern würde, war zu erwarten. Die Form, in der er es dann tat, empfanden allerdings selbst Oppositionspolitiker anderer Parteien vor Ort als blanken Populismus.

In seiner Rede sei Streit auf die Forderung der Freien Wähler eingegangen, im Falle einer Regierungsbeteiligung ab 2026 zwei Ministerien in der Landesverwaltung abzuschaffen. Den Jägern habe er zugerufen, das erste Ministerium, das man abschaffen werde, sei das Umweltministerium.

SWR-Sommerinterview: "Das will ich nicht in den Raum stellen"

Nur zwölf Tage später antwortete Streit hingegen im SWR Aktuell-Sommerinterview auf die Frage danach, ob er das Umweltministerium abschaffen wolle: "In diesem Zusammenhang zu sagen 'das Umweltministerium muss weg!', das wäre Populismus. Das will ich nicht in den Raum stellen."

Doch genau das habe Streit vor der Jägerschaft in Hamm getan, bestätigen die damals ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten Nico Steinbach (SPD) und Michael Ludwig (CDU) dem SWR. Ludwig zeigt sich überrascht über die Aussage von Streit im Sommerinterview, wonach die Forderung der Abschaffung des Ministeriums Populismus sei: "Er hat genau das hier wortwörtlich gesagt. Es gibt im Kreis vermutlich an die hundert Jäger, die nichts lieber täten, als das zu bezeugen."

Am Mittwoch sprach Hobbyjäger Streit bei einer Jäger-Demonstration mit tausenden Teilnehmern vor dem Umweltministerium in Mainz. Die Forderung, zwei Ministerien abzuschaffen, wiederholte er: explizit auf das Umweltministerium bezog er sie nicht. Johlender Applaus war ihm trotzdem sicher.

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Frederik Merx
SWR-Redakteur Frederik Merx