Aus ganz Rheinland-Pfalz und auch dem Saarland waren sie gekommen, um zu zeigen, was sie von dem Gesetz der Landesregierung halten - nämlich gar nichts. In grünen Hosen und grünen T-Shirts mit gelben Warnwesten liefen sie mit ihren Jagdhörnern durch die Mainzer Innenstadt.
Kritik der Jäger an Landesregierung
Die Jäger kritisieren, dass die Landesregierung durch das neue Gesetz beispielsweise bestimmen könne, dass Rehe geschossen werden müssen, wenn sie zu großen Schaden an jungen Bäumen verursachen. Der Landesjagdverband ist der Ansicht, die Jägerschaft werde so gezwungen, künftig mehr Tiere abzuschießen.
Jäger sehen sich "bevormundet"
Der Vorsitzende des Landesjagdverbandes, Sven Bischof, sagte dem SWR, das Gesetz sei eine Bevormundung der Jägerinnen und Jäger und spreche ihnen Kompetenzen ab. Hinter dem Gesetz stecke kein wildbiologisches Konzept und der Jagddruck in den Wäldern werde massiv erhöht.
Das Gesetz ist eine fürchterliche Bevormundung der Jägerinnen und Jäger, uns werden jegliche Kompetenzen abgesprochen.
Landesregierung will Wald erneuern
Die Landesregierung dagegen betont, der rheinland-pfälzische Wald müsse "umgebaut" werden. Junge Bäume, die Hitze und Trockenheit besser vertragen, werden angepflanzt. Wenn die jungen Triebe von Wild angefressen werden, sollen die Jäger eingreifen. Damit soll die Jagd stärker auf die Folgen des Klimawandels reagieren und die nötige Walderneuerung unterstützen.
Koalition einigt sich auf Änderungen am Gesetzesentwurf
Die Novelle des Jagdgesetzes soll in einigen Punkten noch einmal verändert werden. Die Ampelfraktionen SPD, Grüne und FDP haben sich am Mittwoch darauf geeinigt. Darüber soll dann noch der Landtag abstimmen. Unter anderem soll für die Bewirtschaftung des Rotwilds weiter die Untere Jagdbehörde zuständig bleiben. Nur im Falle von erheblichen Wildschäden gehe dann die Zuständigkeit auf die obere Jagdbehörde über. Auch die umstrittene Jagdhundeausbildung an der lebenden Ente wird nicht mehr explizit verboten. Stattdessen soll ein generelles Verbot tierschutzwidriger Praktiken bei der Hundeausbildung im Gesetz stehen. Durch die Änderungen erreiche man eine Balance zwischen Klimaschutz und Jagdpraxis, so die Ampelfraktionen.