Marsch durch die Innenstadt

5.000 Jäger in Mainz - Demo gegen neues Jagdgesetz

Tausende Jägerinnen und Jäger haben in Mainz gegen das geplante neue Jagdgesetz demonstriert. Mit Jagdhörnern und Transparenten zogen sie durch die Innenstadt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lucretia Gather, Christiane Spohn

Aus ganz Rheinland-Pfalz und auch dem Saarland waren sie gekommen, um zu zeigen, was sie von dem Gesetz der Landesregierung halten - nämlich gar nichts. In grünen Hosen und grünen T-Shirts mit gelben Warnwesten liefen sie mit ihren Jagdhörnern durch die Mainzer Innenstadt.

Jäger demonstrieren mit Jagdhörner in Mainz gegen das neue Jagdgesetz.
Jäger demonstrieren mit Jagdhörner in Mainz gegen das neue Jagdgesetz.

Kritik der Jäger an Landesregierung

Die Jäger kritisieren, dass die Landesregierung durch das neue Gesetz beispielsweise bestimmen könne, dass Rehe geschossen werden müssen, wenn sie zu großen Schaden an jungen Bäumen verursachen. Der Landesjagdverband ist der Ansicht, die Jägerschaft werde so gezwungen, künftig mehr Tiere abzuschießen.

Jäger sehen sich "bevormundet"

Der Vorsitzende des Landesjagdverbandes, Sven Bischof, sagte dem SWR, das Gesetz sei eine Bevormundung der Jägerinnen und Jäger und spreche ihnen Kompetenzen ab. Hinter dem Gesetz stecke kein wildbiologisches Konzept und der Jagddruck in den Wäldern werde massiv erhöht.

Das Gesetz ist eine fürchterliche Bevormundung der Jägerinnen und Jäger, uns werden jegliche Kompetenzen abgesprochen.

Landesregierung will Wald erneuern

Die Landesregierung dagegen betont, der rheinland-pfälzische Wald müsse "umgebaut" werden. Junge Bäume, die Hitze und Trockenheit besser vertragen, werden angepflanzt. Wenn die jungen Triebe von Wild angefressen werden, sollen die Jäger eingreifen. Damit soll die Jagd stärker auf die Folgen des Klimawandels reagieren und die nötige Walderneuerung unterstützen.

Koalition einigt sich auf Änderungen am Gesetzesentwurf

Die Novelle des Jagdgesetzes soll in einigen Punkten noch einmal verändert werden. Die Ampelfraktionen SPD, Grüne und FDP haben sich am Mittwoch darauf geeinigt. Darüber soll dann noch der Landtag abstimmen. Unter anderem soll für die Bewirtschaftung des Rotwilds weiter die Untere Jagdbehörde zuständig bleiben. Nur im Falle von erheblichen Wildschäden gehe dann die Zuständigkeit auf die obere Jagdbehörde über. Auch die umstrittene Jagdhundeausbildung an der lebenden Ente wird nicht mehr explizit verboten. Stattdessen soll ein generelles Verbot tierschutzwidriger Praktiken bei der Hundeausbildung im Gesetz stehen. Durch die Änderungen erreiche man eine Balance zwischen Klimaschutz und Jagdpraxis, so die Ampelfraktionen.

Mainz

Ampel einigt sich Nach Druck der FDP: Landesjagdgesetz in RLP wird überarbeitet

Die Novelle des Landesjagdgesetzes soll überarbeitet werden, das hat die Ampel beschlossen. Zuvor hatte sich die FDP überraschenderweise gegen den Gesetzesentwurf ausgesprochen.

Aktuell um 12 SWR1 Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Protestaktion vor Grünen-Parteitag Neues Jagdrecht: Jäger wollen nicht noch mehr Wild abschießen

Führt das neue Jagdrecht in Rheinland-Pfalz dazu, dass viel zu viele Wildtiere abgeschossen werden müssen? So sehen es die Jäger. Naturschützer widersprechen.

RLP

Abschusspläne, Klimaschutz und Artenschutz Nach Jäger-Protesten: Neues Jagdgesetz für RLP mit Änderungen verabschiedet

Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat das viel diskutierte Jagdgesetz beschlossen. Was sieht es vor und warum ist es gerade bei Jägern so umstritten?

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lucretia Gather
Christiane Spohn