Angebliche Knöllchen, Anlagebetrug und falsche Bankmitarbeiter

Polizei Kaiserslautern warnt: Betrüger erbeuten hunderttausende Euro

Betrüger haben in letzter Zeit rund um Kaiserslautern Menschen um viel Geld gebracht. Durch eine neue Masche mit Bankmitarbeitern, Knöllchen und angebliche Investments.

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Stand

Polizei warnt vor angeblichen Bankmitarbeitern

Zwei Seniorinnen hatten in Kaiserslautern laut Polizei dieser Tage Anrufe von einem angeblichen Bankmitarbeiter erhalten. Der "Mitarbeiter" behauptete, es sei eine Abbuchung vom Konto vorgemerkt - und das in vierstelliger Höhe. Er fragte nach, ob das stimmt, so die Polizei. Die beiden Frauen hätten jeweils mit Nein geantwortet. Der Mann gab vor, die Abbuchung korrigieren zu wollen.

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Doch damit war das Thema nicht erledigt: Kurze Zeit später sei bei den Frauen ein Mann an der Tür gewesen. Dieser habe gesagt, er sei ein Außendienstmitarbeiter der Bank. Er brauche Bankkarte und die PIN, um die angeblich falsche Abbuchung rückgängig zu machen.

Senioren wird misstrauisch und ruft die Polizei

Eine Seniorin gab dem Mann zunächst die Karte, wurde dann jedoch misstrauisch und rief die Polizei an. Die andere Frau wollte einen Ausweis des Mannes sehen. Daraufhin flüchtete der angebliche Bank-Mitarbeiter. Beide Frauen ließen nach Polizeiangaben ihre Karten sperren und änderten die PIN. Ein Schaden sei nicht entstanden.

Kaiserslautern: Mann verliert tausende Euro an "Bankmitarbeiterin"

Ein Mann aus Kaiserslautern ist hingegen auf eine angebliche Bankmitarbeiterin reingefallen. Die Frau hatte den Mann auf dem Handy angerufen und ihm vorgegaukelt, dass über seine Bankkarte ein Betrug verübt wurde. Deshalb komme nun ein anderer Mitarbeiter der Bank vorbei, um seine EC-Karte einzuziehen. Der 60-Jährige übergab daraufhin seine Karte samt Pin dem fremden Mann an der Haustür. Kurz darauf stellte er fest, dass von seinem Konto Geld abgebucht wurde. Der Schaden beträgt mehrere tausend Euro. 

Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen: Der Unbekannte, der die Karte abgeholt hat, sieht folgendermaßen aus: etwa 30 bis 40 Jahre alt, ungefähr 1,80 Meter groß, braune Haare, er trug eine blaue Jeans und ein hellblaues Langarmshirt.

Polizei betont: Kein Geld oder Schmuck an fremde Menschen

Die Polizei betont: "Egal, ob sich Anrufer als Bankmitarbeiter, Polizisten oder Mitarbeiter einer angeblichen Service-Hotline ausgeben: Bleiben Sie wachsam und geben Sie keine Auskünfte zu Ihrer Wohnsituation, Ihren Finanzen oder anderen privaten Daten am Telefon."

Auch solle niemals Geld überwiesen oder an fremde Personen in bar übergeben werden. Gleiches gelte für Schmuck, Bankkarten und Ausweise. "Recherchieren Sie im Zweifel selbst oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu. Bei Verdacht: Wählen Sie sofort die 110 und informieren Sie die Polizei", so die Beamten.

Vorsicht Anlagebetrug: Frau um hunderttausende Euro gebracht

Die Polizei warnt außerdem vor einer anderen Betrugsmasche, nachdem eine Frau aus dem Kreis Kaiserslautern von Betrügern um mehrere hunderttausend Euro gebracht wurde. Die 64-Jährige hatte in einer Chat-Gruppe auf ihrem Handy Anlagetipps bekommen. So hatte sie die Betrüger kennengelernt. Die gaukelten ihr vor, ihr Geld gewinnbringend zu investieren. Dazu sollte die Frau über eine spezielle App Geld einzahlen. Aber: Es stellte sich heraus: es war alles "Lug und Trug". Weder den versprochen Gewinn, noch ihr Geld sah sie die Frau wieder. Mehrere hunderttausend Euro sind weg.

Auch eine Frau aus dem Lauterer Stadtgebiet ist auf Anlagebetrüger reingefallen. Die 66-Jährige war bei Social Media auf ein Angebot für Kapitalinvestment aufmerksam geworden. Weil ihr die Sache lukrativ erschien, nahm sie Kontakt auf. Auch sie sollte dann über eine App Geld investieren - mehrere tausend Euro. Angeblich sollte sich die Investition in kurzer Zeit mehr als verdoppeln. Weil die Frau aber nichts mehr gehört hatte, fing sie an zu recherchieren und stellte fest, dass das alles nicht seriös war.

Falsche Knöllchen: Betrugsmasche auch in Pirmasens

Eine andere Betrugsmasche macht zudem seit einigen Tagen in Pirmasens, Kaiserslautern und anderen Städten in ganz Deutschland die Runde. Dabei handelt es sich um E-Mails, in denen Menschen aufgefordert werden, für Falschparken zu bezahlen.

Diese Mails werden angeblich von einem Inkasso-Unternehmen verschickt. In den Mails ist von einer Vereinbarung mit der Stadt Pirmasens die Rede. Die Empfänger der Mails sollen falsch geparkt haben und deswegen ein Bußgeld bezahlen.

Pirmasens und Kaiserslautern: Keine Vereinbarung mit Inkasso-Unternehmen

Wenn die Menschen in dieser Mail auf einen Link klicken und bestätigen, dass sie falsch geparkt haben, soll ihnen die Hälfte des Bußgeldes erlassen werden. Die Städte Pirmasens und Kaiserslautern betonen, dass es keine Vereinbarung mit einem Inkasso-Unternehmen gibt. Auf solche Mails sollen die Menschen nicht antworten, man soll auch keine Links öffnen und vor allen Dingen kein Geld überweisen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof
Sarah Korz
Sarah Korz, Redakteurin im SWR Aktell Studio Kaiserslautern

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