Mast war umgefallen

Nach Unfall: Wie Ampeln und Laternen in Kaiserslautern geprüft werden

Der Schreck war groß: Anfang Februar ist in Kaiserslautern ein Ampelmast umgefallen. Das hätte eigentlich nicht passieren dürfen, denn die Masten werden regelmäßig überprüft.

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Von Autor/in Jürgen Rademacher

Ein Jugendlicher hatte Anfang Februar in der Eisenbahnstraße in Kaiserslautern auf "grün" für Fußgänger gewartet und sich an den Ampelmast gelehnt. Und der fiel daraufhin einfach um. Es blieb beim Schrecken - verletzt wurde niemand. Aber die Frage bleibt, wie das passieren konnte - und wie Laternen und Ampeln eigentlich überprüft werden.

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Insgesamt gibt es in Kaiserslautern nach Angaben des Tiefbauamtes rund 15.000 Lichtmaste, wie es im behördendeutsch heißt. Umgangssprachlich würde man Laternen dazu sagen. Hinzu kommen nochmal 1.200 Maste für Ampeln, große Schilder oder das Parkleitsystem. Sie alle sind großen Einflüssen ausgesetzt: dem wechselnden Wetter, Abgasen, Streusalz oder auch Hunde-Urin.

Schutz vor Umwelteinflüssen an Ampeln in Kaiserslautern

Das beansprucht die Maste natürlich, vor allem am Übergang zwischen Mast und Boden. Dort rosten sie dann besonders oft. Ein Schutz dagegen ist eine Manschette - entweder aus Stahl oder aus Kunststoff. "Trotzdem sind auch diese Hilfsmittel keine Gewähr für eine unbegrenzte Standsicherheit der Lichtmaste", heißt es vom Tiefbauamt. Hinzu kommt: Einzelne Maste in Kaiserslautern sind bis zu 60 Jahre alt und sind im Gegensatz zu neueren Exemplaren nicht verzinkt, sondern haben nur einen Anstrich mit Rostschutz.

Also werden alle über 16.000 Maste regelmäßig geprüft. Und das heißt nicht nur, dass sich Mitarbeitende des Tiefbauamtes die Maste ansehen, das tun sie einmal im Jahr. Sie führen in einem größeren zeitlichen Abstand auch einen Test durch: Dabei wird mit Hilfe einer Maschine großer Druck auf den Mast ausgeübt - und dann wird er schlagartig entlastet. Das Ganze wird gemessen und man kann dann Rückschlüsse darauf ziehen, ob der Mast noch standsicher ist.

Jedes Jahr werden Tausende Maste in Kaiserslautern geprüft

Auf diese Weise werden jedes Jahr bis zu 3.000 Licht- und Ampelmaste durch das Tiefbauamt überprüft. Schafft ein Mast die Prüfung, ist sichergestellt, dass er mindestens sechs Jahre hält. Dann gibt es welche, bei denen nur kleinere Reparaturen zum Beispiel an der Verankerung in der Erde gemacht werden müssen. Und schließlich die, die ausgetauscht werden müssen, weil sie nicht mehr sicher stehen.

50.000 Euro jährlich für Mast-Überprüfung in Kaiserslautern

Das sind laut Tiefbauamt rund 60 Maste pro Jahr. Das kostet die Stadt zwischen 750 und 1.500 Euro pro Mast - je nachdem, um welches Modell es sich handelt. Und für die Überprüfungen gibt die Stadt jedes Jahr rund 50.000 Euro aus.

Und warum ist jetzt der Ampelmast an der Eisenbahnstraße umgefallen? Da steht auch das Tiefbauamt vor einem Rätsel. Im Moment werde noch geprüft, warum er bei der Sichtkontrolle nicht aufgefallen ist. Denn die war erst im vergangenen Jahr.

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Autor/in
Jürgen Rademacher
Jürgen Rademacher, Redakteur im SWR Aktuell Studio Kaiserslautern