Die Stadt Pirmasens und das Jobcenter wollen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die Bürgergeld beziehen, aus der dauerhaften Abhängigkeit von Sozialleistungen herausholen. Im Mittelpunkt dabei: Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bisher sämtlichen Maßnahmen verweigert haben. Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) hofft, diese jungen Menschen erreichen zu können: "Ich hoffe, dass sie das als Chance erkennen, zurück in den Arbeitsmarkt, in die Schule oder in die Ausbildung zu finden."
Gemeinnützige Arbeit soll jungen Leuten in Pirmasens Perspektiven geben
Der Plan ist, dass diese Jugendlichen künftig gemeinnützige Arbeit leisten. Und zwar über eine Werkstatt des Pfälzischen Vereins für Soziale Rechtspflege - beispielsweise im Sozialkaufhaus, in der Landschaftspflege oder auch in der Möbelaufbereitung. Auf diese Weise sollen die jungen Leute wieder an einen geregelten Tagesablauf herangeführt werden. Beispielsweise sollen sie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit lernen, so Peter Schwarz, Geschäftsführer des Jobcenters Pirmasens. Auf diese Weise sollen die Jugendlichen eine langfristige Perspektive bekommen: Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung beginnen oder einen Job finden.
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20 Stunden Arbeit und mehr Geld für Jugendliche
Konkret ist vorgesehen, dass die jungen Leute mindestens sechs Monate lang arbeiten müssen – jeweils 20 Stunden pro Woche. Dafür bekommen sie zwei Euro pro Stunde zusätzlich zum regulären Bürgergeld. Außerdem wird es einmal pro Woche ein warmes Mittagessen geben und, je nach Bedarf wird auch ein Deutschlandticket zur Verfügung gestellt. Bei der gemeinnützigen Arbeit werden die jungen Menschen durch Sozialarbeiter unterstützt.
Etwa 70 Jugendliche in Pirmasens verweigern sich bisher
Insgesamt beziehen in der Stadt Pirmasens rund 270 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren Leistungen des Jobcenters. Bürgergeld erhalten dem Jobcenter zufolge etwa 170 von ihnen. Von dieser Gruppe gelten nach Angaben der Stadt etwa 70 als besonders schwer erreichbar: Sie kommen nicht zu verpflichtenden Terminen, verweigern sich bisherigen Maßnahmen und entziehen sich dauerhaft den Bemühungen von Jobcenter und Stadt. Genau diese rund 70 jungen Menschen will Pirmasens mit dem neuen Projekt erreichen.
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Man muss etwas zurückgeben, wenn man staatliche Leistungen in Anspruch nimmt
Wer sich weigert, an dem Projekt teilzunehmen, muss mit Konsequenzen rechnen. Denn es gibt Verpflichtungen, sagt Oberbürgermeister Zwick. "Wenn man arbeiten oder auch eine Ausbildung machen kann, dann muss man es eben auch tun, wenn man staatliche Leistungen in Anspruch nimmt." Sollten die Jugendlichen nicht am Arbeitsplatz erscheinen, dann stehen die Sozialarbeiter bei den Jugendlichen vor der Tür - und bringen sie auch gleich zur Arbeit. Außerdem wird das Bürgergeld gekürzt, wenn die Jugendlichen die gemeinnützige Arbeit schwänzen. Denn ab 1. Juli gelten bundesweit neue Regelungen, die es den Behörden erleichtern, Arbeitsverweigerung zu sanktionieren.