Wie die Polizei mitteilte, hatte der 36-Jährige einem Freund geholfen, die hochgiftige Klapperschlange von einem Terrarium in ein anderes umzusiedeln. Die Schlange konnte sich befreien und biss dem Mann ins Gesicht. Er erlitt einen Kreislaufkollaps, sein Zustand war kritisch.
Kein Gesetz gegen Haltung gefährlicher Tiere Giftschlange beißt Mann in Kaiserslautern ins Gesicht - Zustand kritisch
Eine Klapperschlange hat einen Mann in Kaiserslautern ins Gesicht gebissen. Sein Zustand ist kritisch. Durfte der Besitzer die gefährliche Giftschlange überhaupt halten?
Es musste also so schnell wie möglich ein Gegengift her. In Deutschland kommen solche Klapperschlangen aber nicht in der freien Natur vor, deshalb gibt es auch nur wenige Stellen, an denen ein solches Gegengift vorrätig ist. Die Mitarbeiter in der Leitstelle der Feuerwehr Kaiserslautern recherchierten - und wurden im "Klinikum rechts der Isar" in München fündig.
Nach Auskunft der Klinik ist sie die einzige in Deutschland, die ein Krankenhaus, ein Labor und einen Giftnotruf verbindet. "Wir haben eine jahrzehntelange Expertise und Tradition in der Beratung und Versorgung von Schlangenbissen", so ein Sprecher. Dort werden auch Gegengifte des "Serum-Depots-Berlin" eingelagert - auch das Serum, das nach Kaiserslautern geschickt wurde. Ein Oberarzt der Münchener Klinik beriet die Kollegen in Kaiserslautern auch dabei, wie die Therapie des Patienten aussehen sollte.
Hilfe von Feuerwehr München für Kollegen aus Kaiserslautern
Gegen drei Uhr morgens an diesem Freitag erreichte die Feuerwehr in München ein Hilfeersuchen ihrer Kollegen aus Kaiserslautern. Ein Fahrzeug, das normalerweise Blut oder Organe transportiert, wurde sofort in das Klinikum geschickt und holte das Gegengift dort ab.
Das Problem: In München herrschte zu diesem Zeitpunkt schlechtes Wetter - der Rettungshubschrauber, mit dem das Gegengift nach Kaiserslautern gebracht werden sollte, konnte nicht starten. "Wir haben wirklich alles versucht, aber ein Start war unmöglich", sagte der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr München, Tobias Reuter.
Gegengift nach Schlangenbiss über Stuttgart ausgeflogen
Zunächst überlegten die Feuerwehrleute noch, das Gegengift mit Blaulicht über die Autobahn zu transportieren. Das allerdings hätte über drei Stunden gedauert. Und weil es dem Patienten immer schlechter ging, entschied man sich für einen anderen Weg. In der weiteren Umgebung von München wurden alle verfügbaren Rettungshubschrauber angefragt.
Das Gegengift wurde schließlich mit Blaulicht zum Flughafen Stuttgart gebracht. Die dortige Feuerwehr-Leitstelle hatte bereits den Rettungshubschrauber "Christoph 11" in Alarm-Bereitschaft versetzt. Das Gegengift wurde übergeben, der Hubschrauber flog es dann ins Westpfalz-Klinikum nach Kaiserslautern.
Das haben die Kollegen wirklich alle miteinander sehr gut hinbekommen.
Zustand des Opfers war nach Schlangenbiss lebensbedrohlich
Das Gegengift kam um acht Uhr morgens in Kaiserslautern an - also schon fünf Stunden nach der ersten Anfrage der Feuerwehr in München. Mittlerweile befand sich der 36-Jährige nach Angaben der Feuerwehr in einem lebensbedrohlichen Zustand. Ihm wurde das Gegengift verabreicht, danach nannte die Polizei seinen Gesundheitszustand "stabil". Wie es dem 36-Jährigen im Moment geht, ist nicht bekannt.