Klapperschlange beißt Besitzer

Leiter des Reptiliums Landau fordert "Haustier-Führerschein"

Ein Mann in Kaiserslautern ist von einer Klapperschlange gebissen und verletzt worden. Der Leiter des Reptiliums Landau fordert einen "Haustier-Führerschein".

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Von Autor/in Florian Busch

In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit keine Auflagen für die Haltung gefährlicher Tiere. Es genügt die Volljährigkeit, um eine Klapperschlange besitzen zu dürfen, erklärt Uwe Wünstel. Ein Kritiker ist der Leiter des Reptiliums Landau aber nicht. Im Gegenteil, er profitiere sogar davon: "Selbst wir als Zoo greifen auf die Expertise von Privathaltern zurück, wenn wir uns neue Tiere anschaffen", erklärt der Experte.

Es gebe eine Menge sehr guter Halter, weshalb der Markt der Privathalter auch wichtig für seine Arbeit sei.

Reptilium Landau: Verbot nein, Führerschein ja

Von einem generellen Verbot wie in Hessen hält er nichts. Dennoch plädiert Wünstel dafür, eine Sachkundeprüfung einzuführen. Mit dem Erwerb einer Art Führerschein für Haustiere könnte sichergestellt werden, dass sich "die Spreu vom Weizen trennt" und die Haltungsbedingungen zu Hause artgerecht seien. "Das wäre die Lösung schlechthin! Aber nicht nur im Bereich der Gefahrentiere, sondern für alle Tiere."

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Schlangen beißen nur sehr selten

Genaue Zahlen darüber, wie viele Schlangen privat gehalten werden, gibt es laut Wünstel nicht. Nicht alle Bundesländer hätten eine Meldepflicht für die Gefahrtierhaltung, zu der auch Giftschlangen zählen. Man schätze die Zahl aber derzeit in Deutschland auf rund 20.000 Tiere, wobei die Dunkelziffer nochmal um ein Vielfaches höher liege, schätzt der Chef des Reptiliums.

Reptilium Landau Schlangenbiss
Das Reptilium beherbergt viele illustre Bewohner: zum Beispiel diesen Leguan

Ein Schlangenbiss bleibt trotzdem extrem selten. Weniger als einen gemeldeten Vorfall gebe es pro Jahr. "Eine Schlange beißt nur zu, wenn ich in ihren Komfortbereich eindringe", meint Wüstel. Oft würden sie versuchen auszuweichen. "Keine Schlange geht aktiv auf den Menschen zu und möchte ihn töten." Der Biss sei ihre letzte Möglichkeit, wenn man ihr zu nah komme.

Schlangenbiss kann tödlich enden

Wie gefährlich ist der Biss einer Klapperschlange? Das könne man pauschal nicht sagen, meint Wünstel. Es komme darauf an, welche Art Klapperschlange zubeiße - manche seien giftiger als andere. Auch hänge es davon ab, ob die Schlange ihr Gift schon verbraucht habe, beispielsweise für Futter, oder ob sie "trocken" zugebissen hat.

Generell rät der Experte aber definitiv dazu, sich bei einem Klapperschlangenbiss in medizinische Betreuung zu begeben. Ansonsten könne es gefährlich werden: "Das Gift hat auf jeden Fall das Potenzial, einen Menschen zu töten."

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