Amerikanerinnen bekommen mehr Kinder in deutscher Klinik

Wegen Iran-Krieg: Mehr Geburten an Nardini Klinikum Landstuhl

Der Iran-Krieg sorgt dafür, dass das US-Militärkrankenhaus in Landstuhl Platz für verwundete US-Soldaten schaffen muss. Schwangere werden ins nahegelegene Nardini Klinikum verlegt.

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Von Autor/in Viktoria Machleidt

Immer wieder entscheiden sich schwangere Amerikanerinnen aus der US-Community rund um Landstuhl bewusst dafür, im katholischen Nardini Klinikum zu entbinden, statt im "Landstuhl Regional Medical Center" (LRMC). Gründe dafür sind unter anderem das familiäre Flair auf der Geburtenstation des deutschen Krankenhauses, wie Chefhebamme Sabine van Riel erklärt. Doch seit Anfang März haben die Frauen keine Wahl mehr: Aufgrund des Iran-Krieges werden sie direkt an das Nardini Klinikum überwiesen. Laut van Biel wurde das katholische Krankenhaus darüber telefonisch informiert.

US-Krankenhaus Landstuhl schafft Platz für Verwundete bei Iran-Krieg

Das US-Militärkrankenhaus benötigt die Bettenkapazitäten für Soldaten, die im Iran-Krieg verwundet wurden. Aus diesem Grund werden geplante Geburten der Amerikanerinnen nun im benachbarten Nardini Klinikum durchgeführt. Seit der Umstellung hat das deutsche Krankenhaus 15 zusätzliche ungeplante Geburten verzeichnet.

Für das Nardini Klinikum bedeutet dies zwar eine erhöhte Arbeitsbelastung, doch das Team bewältigt die Situation gut, wie Pflegedirektor Jens Lehnhardt versichert: „Der Bereitschaftsdienst der Station fängt momentan vieles ab.“

Ich arbeite seit 30 Jahren als Hebamme in diesem Haus. Wir haben noch nie eine Frau abgewiesen und wir hatten stürmischere Jahre als sie jetzt zu erwarten sind.

Für das katholische Krankenhaus ist die aktuelle Entwicklung keine völlig neue Herausforderung. Chefhebamme Sabine van Riel erinnert daran, dass die Entbindungsstation des US-Hospitals bereits während des Afghanistan-Krieges geschlossen wurde. Damals übernahm das Nardini Klinikum fast 300 zusätzliche Geburten pro Jahr. Auch bei Umbauarbeiten im LRMC waren die deutschen Geburtshelferinnen und -helfer in der Vergangenheit eingesprungen.

Van Riel betont, dass werdende Eltern - egal ob amerikanisch oder nicht - sich keine Sorgen machen müssen: „Ich arbeite seit 30 Jahren als Hebamme in diesem Haus. Wir haben noch nie eine Frau abgewiesen und wir hatten stürmischere Jahre als sie jetzt zu erwarten sind.“

Kreißsaal im Nardini Klinikum in Landstuhl
Auf der Geburtenstation im Nardini Klinikum in Landstuhl ist seit Anfang März viel los.

Nardini Klinikum: Amerikanische Frauen wünschen sich oft Wassergeburten

Der Chefarzt der Geburtshilfe, Muayyad Al-Alime, hat festgestellt, dass amerikanische Frauen bei der Geburt oft andere Bedürfnisse haben als deutsche Patientinnen. Viele wünschen sich beispielsweise präventiv Schmerzmittel, während im Nardini Klinikum normalerweise abgewartet wird, ob diese tatsächlich benötigt werden. Auch Wassergeburten sind bei amerikanischen Frauen beliebt. Das Nardini Klinikum kann diesen Wunsch erfüllen: Auf der Geburtenstation steht ein Becken zur Verfügung, das für Wassergeburten genutzt wird.

Anfang April gibt es für amerikanische Paare wieder einen Info-Abend auf englisch, bei dem sie sich über den Ablauf informieren können und eine Kreißsaalführung bekommen.

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Viktoria Machleidt
Reporterin Viktoria Machleidt aus dem SWR-Studio in Kaiserslautern.

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