Milliarden-Projekt in der Westpfalz

Zwischenbilanz: Bau US-Hospital Weilerbach im Zeitplan

1,85 Milliarden US-Dollar soll es am Ende insgesamt kosten: das US-Hospital in Weilerbach. Es ist das größte militärische Krankenhaus außerhalb der USA, der Bau liegt im Zeitplan.

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Von Autor/in Alexandra Dietz

Es ist ein Projekt der Superlative - ein "once-in-a lifetime-Ding", sagt Bettina Bachem, Projektleiterin vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), mit einem breiten Grinsen auf der Baustelle des US-Hospitals in Weilerbach. Auch ihre rechte Hand, Matthias Göbel, Bauingenieur beim Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz, pflichtet ihr lachend bei: "Für mich ist das ein Sechser im Lotto!" Ein Projekt in dieser Größenordnung haben beide noch nie gebaut - umso größer sei die Herausforderung.

Der Bau des US-Hospitals in Weilerbach ist für mich ein Sechser im Lotto!

Krankenhaus der Superlative: "hochkomplex und top modern"

Die Dimensionen sind auch für die erfahrenen Projektleiter einzigartig: "Wir sprechen hier über 4.200 Räume, die wir geplant haben und bebauen. Wir haben 100.000 Kubikmeter Beton verbaut. Wir haben 38.000 Einzelteile, die wir in dieses Gebäude einbauen werden". Die Hälfte der Arbeit ist mittlerweile erledigt. Während es beim Privathaus-Bau in der Regel 50 Prozent Rohbau- und die andere Hälfte Innenausbau-Arbeiten sind, gestaltet sich die Aufteilung beim US-Hospital etwas anders.

Gut 70 Prozent der Arbeit müssen im Fall des größten Militär-Krankenhauses außerhalb der USA in den Innenausbau und die hoch komplexe Technik gesteckt werden. Ob es um das "ausgeklügelte Belüftungssystem geht, spezielle medizinische Einrichtungen oder der Schwesternnotruf", wenn man zu Hause von einem Smart Home spricht, weil der Rollladen an den Sonnenuntergang gekoppelt ist, die Photovoltaik-Anlage Echtzeitdaten ans Handy sendet, dann "muss man das beim US-Hospital in Weilerbach hoch Zehn potenzieren", betont Bettina Bachem.

Großteil der 200 Fachkräfte aus Westpfalz und Rheinland-Pfalz

Bis hier alles voll automatisiert läuft, müssen alle Gewerke im besten Fall jederzeit Hand in Hand arbeiten. Aktuell sind 200 Menschen auf der Baustelle beschäftigt, einige Firmen haben sich im Container-Dorf eine Art Materiallager eingerichtet, um immer alles vor Ort parat zu haben. Kabel, Rohre, Schrauben, Nägel, Sägen, Bolzenschneider aber auch Kleinteile für die abgehängten Decken. Jedes fehlende Teil könnte zu einer ungewünschten Zeitverzögerung führen, so die Projektleiter.

Ein rheinland-pfälzisches Unternehmen aus Medard im Kreis Kusel montierte die Außenfassade am Neubau des US-Hospitals.
Die Außenfassade ist montiert. Sie kommt von einem rheinland-pfälzischen Unternehmen aus Medard im Kreis Kusel. Bild in Detailansicht öffnen
Die Fassade wurde mit einer Glasfront versehen und bis auf wenige Arbeitsöffnungen ist sie fertiggestellt.
Auch die Glasfront ist bereits angebracht. Bis auf wenige Arbeitsöffnungen ist die Fassade damit fertig. Bild in Detailansicht öffnen
Die Besucherinnen und Besucher des künftigen US-Hospitals erwartet ein rießiger tageslicht durchfluteter Eingangsbereich.
Der Eingangsbereich des neuen US-Hospitals ist von Tageslicht durchflutet. Bild in Detailansicht öffnen
Die Technik ist in dem Gebäude um ein Vielfaches komplexer, als in einem Privathaus. Kilometerlange Kabel sind auf der Baustelle verlegt.
Kilometerlange Kabel sind in dem Gebäude verlegt. Die Technik ist um ein Vielfaches komplexer als in einem Privathaus. Bild in Detailansicht öffnen
Im Gebäude sind Haltepunkte-Schilder für Materiallieferungen an den Wänden angebracht, da der rießige Bau wie ein Labyrinth wirkt.
Weil der riesige Bau wie ein Labyrinth ist, sind für Materiallieferungen Haltepunkte markiert. Bild in Detailansicht öffnen
Auf dieser Etage entstehen Behandlungsräume für US-Soldaten und deren Angehörige. Die ersten Wände im neuen medizinischen Versorgungszentrum sind bereits eingesetzt.
Im medizinischen Versorgungszentrum werden die ersten Wände gestellt. Hier im vierten Stock entstehen Behandlungsräume für US-Soldaten und deren Angehörige. Bild in Detailansicht öffnen
In dem Neubau werden die Wände für Patientenzimmer, OP-Säle und alle Wartebereiche jetzt nach und nach hochgezogen, so dass langsam die Räume Gestalt annehmen.
In den einzelnen Etagen nehmen die Räume langsam Gestalt an. Die Wände für Patientenzimmer, OP-Säle und alle Wartebereiche müssen in den einzelnen Gebäudeflügeln nach und nach hochgezogen werden. Bild in Detailansicht öffnen
Für den Neubau des US-Hospitals in Weilerbach sind die Architektin Bettina Bachem vom LBB und der Bauingenieur Matthias Göbel vom Amt für Bundesbau zuständig.
Das Projektleiter-Team: Architektin Bettina Bachem vom LBB und Bauingenieur Matthias Göbel vom Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz. Bild in Detailansicht öffnen
Eine digitale Tafel informiert die Projektleiter über jedes Gewerk, Krankheitsfälle und noch nicht abgeschlossene Aufgaben.
Aktuell liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. Eine digitale Tafel informiert die Projektleiter über jedes Gewerk, Krankheitsfälle und noch nicht abgeschlossene Aufgaben. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Baustelle wurde ein Container-Dorf errichtet, in dem über Tag rund 200 Mitarbeiter unterkommen.
Rund 200 Mitarbeiter kommen im Container-Dorf während der Bauarbeiten tagsüber unter. Sie übernachten meist in der Westpfalz. Bild in Detailansicht öffnen
In einem Grundrissplan des Krankenhauses sind alle Maße für die einzelnen Gewerke und die technischen Voraussetzungen hinterlegt.
Der Laie versteht hier wohl nur Bahnhof. Im Grundrissplan sind alle Maße für die einzelnen Gewerke und die technischen Voraussetzungen notiert. Bild in Detailansicht öffnen
Die Sprinkleranlage in dem Neubauprojekt muss die amerikanischen, als auch die deutschen Sicherheitsstandards einhalten.
Die Sprinkleranlage entspricht amerikanischen Sicherheitsvorgaben für ein Krankenhaus. Auch deutsche Standards müssen bei dem Projekt eingehalten werden. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Modell von Architekten im Planungsbüro des LBB zeigt, wie das US-Hospital in Jahr 2029 im fertigen Zustand aussehen soll.
Im Planungsbüro des LBB steht das Modell der Architekten. So soll das US-Hospital in 2029 im fertigen Zustand aussehen. Bild in Detailansicht öffnen

Bei der Vergabe der Firmen sind mehr als die Hälfte der Gewerke aus der Region ausgewählt worden. Die Fassade kommt beispielsweise aus Medard im Kreis Kusel. Die Erdarbeiten sind von einer Firma aus Kaiserslautern gemacht worden, erzählt Bettina Bachem. "Das ist auch für den Erfolg des Projektes wichtig", betont die Projektleiterin, weil so garantiert sei, dass bei Nacharbeiten wegen Mängeln oder Restarbeiten die regionalen Unternehmen schnell agieren können.

Bauprojekt US-Hospital bis ins Detail durchgetaktet

Damit bei einem Projekt wie diesem alles reibungslos läuft, gibt es für alle Gewerke genaue Zeit- und Übersichtspläne - sowohl auf Papier als auch in digitaler Form. An mehreren Tafeln können die Projektleiter ablesen, wo es hakt, wo Mitarbeiter fehlen oder eine Aufgabe noch nicht abgeschlossen ist. Und weil das Gebäude so groß ist, dass man sich wie in einem Labyrinth darin verlaufen könnte, gibt es auch für Waren-Anlieferungen Wegbeschreibungen und Haltestellen-Schilder in den einzelnen Gebäudeflügeln und vier Etagen.

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Da es auf einer Baustelle in dieser Größenordnung immer wieder zu Fehlern käme, sei nicht ausgeschlossen, dass es hier und da zu Verzögerungen kommen kann, so die Projektleiter. Aber ingesamt sind alle beteiligten Gewerke aktuell optimistisch, dass sie den Zeitplan einhalten können.

Wir liegen im Zeitplan! 2029 sollen die ersten Patienten hier behandelt werden.

Bettina Bachem und Matthias Göbel sind zuversichtlich, dass im Jahr 2029 wie geplant die ersten Patienten im US-Hospital in Weilerbach behandelt werden können amerikanische Soldaten und deren Familien.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Alexandra Dietz
SWR-Reporterin Alexandra Dietz aus dem Studio in Kaiserslautern.

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