Es ist ein Projekt der Superlative - ein "once-in-a lifetime-Ding", sagt Bettina Bachem, Projektleiterin vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), mit einem breiten Grinsen auf der Baustelle des US-Hospitals in Weilerbach. Auch ihre rechte Hand, Matthias Göbel, Bauingenieur beim Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz, pflichtet ihr lachend bei: "Für mich ist das ein Sechser im Lotto!" Ein Projekt in dieser Größenordnung haben beide noch nie gebaut - umso größer sei die Herausforderung.
Der Bau des US-Hospitals in Weilerbach ist für mich ein Sechser im Lotto!
Krankenhaus der Superlative: "hochkomplex und top modern"
Die Dimensionen sind auch für die erfahrenen Projektleiter einzigartig: "Wir sprechen hier über 4.200 Räume, die wir geplant haben und bebauen. Wir haben 100.000 Kubikmeter Beton verbaut. Wir haben 38.000 Einzelteile, die wir in dieses Gebäude einbauen werden". Die Hälfte der Arbeit ist mittlerweile erledigt. Während es beim Privathaus-Bau in der Regel 50 Prozent Rohbau- und die andere Hälfte Innenausbau-Arbeiten sind, gestaltet sich die Aufteilung beim US-Hospital etwas anders.
Gut 70 Prozent der Arbeit müssen im Fall des größten Militär-Krankenhauses außerhalb der USA in den Innenausbau und die hoch komplexe Technik gesteckt werden. Ob es um das "ausgeklügelte Belüftungssystem geht, spezielle medizinische Einrichtungen oder der Schwesternnotruf", wenn man zu Hause von einem Smart Home spricht, weil der Rollladen an den Sonnenuntergang gekoppelt ist, die Photovoltaik-Anlage Echtzeitdaten ans Handy sendet, dann "muss man das beim US-Hospital in Weilerbach hoch Zehn potenzieren", betont Bettina Bachem.
Großteil der 200 Fachkräfte aus Westpfalz und Rheinland-Pfalz
Bis hier alles voll automatisiert läuft, müssen alle Gewerke im besten Fall jederzeit Hand in Hand arbeiten. Aktuell sind 200 Menschen auf der Baustelle beschäftigt, einige Firmen haben sich im Container-Dorf eine Art Materiallager eingerichtet, um immer alles vor Ort parat zu haben. Kabel, Rohre, Schrauben, Nägel, Sägen, Bolzenschneider aber auch Kleinteile für die abgehängten Decken. Jedes fehlende Teil könnte zu einer ungewünschten Zeitverzögerung führen, so die Projektleiter.
Bei der Vergabe der Firmen sind mehr als die Hälfte der Gewerke aus der Region ausgewählt worden. Die Fassade kommt beispielsweise aus Medard im Kreis Kusel. Die Erdarbeiten sind von einer Firma aus Kaiserslautern gemacht worden, erzählt Bettina Bachem. "Das ist auch für den Erfolg des Projektes wichtig", betont die Projektleiterin, weil so garantiert sei, dass bei Nacharbeiten wegen Mängeln oder Restarbeiten die regionalen Unternehmen schnell agieren können.
Bauprojekt US-Hospital bis ins Detail durchgetaktet
Damit bei einem Projekt wie diesem alles reibungslos läuft, gibt es für alle Gewerke genaue Zeit- und Übersichtspläne - sowohl auf Papier als auch in digitaler Form. An mehreren Tafeln können die Projektleiter ablesen, wo es hakt, wo Mitarbeiter fehlen oder eine Aufgabe noch nicht abgeschlossen ist. Und weil das Gebäude so groß ist, dass man sich wie in einem Labyrinth darin verlaufen könnte, gibt es auch für Waren-Anlieferungen Wegbeschreibungen und Haltestellen-Schilder in den einzelnen Gebäudeflügeln und vier Etagen.
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Da es auf einer Baustelle in dieser Größenordnung immer wieder zu Fehlern käme, sei nicht ausgeschlossen, dass es hier und da zu Verzögerungen kommen kann, so die Projektleiter. Aber ingesamt sind alle beteiligten Gewerke aktuell optimistisch, dass sie den Zeitplan einhalten können.
Wir liegen im Zeitplan! 2029 sollen die ersten Patienten hier behandelt werden.
Bettina Bachem und Matthias Göbel sind zuversichtlich, dass im Jahr 2029 wie geplant die ersten Patienten im US-Hospital in Weilerbach behandelt werden können amerikanische Soldaten und deren Familien.