Amtsübergabe an der RPTU Kaiserslautern-Landau

Neuer Uni-Präsident: Malte Drescher über Sanierung, Fusion und KI

Malte Drescher hat sein Amt als neuer Präsident der RPTU Kaiserslautern-Landau angetreten. Er hofft, junge Menschen mit einem Studium für die Zukunft zu wappnen.

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Von Autor/in Maren Kaps

Vom höchsten Punkt des Universitäts-Geländes in Kaiserslautern sieht Malte Drescher auf den Campus hinunter. Die verschiedenen Gebäude werden den neuen Präsident der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) in seiner jetzt beginnenden Amtszeit beschäftigen. Denn der Zustand der Gebäude ist teilweise besorgniserregend. Von einem "erheblichen Sanierungsstau" spricht auch der Landesrechnungshof. Ein wichtiges Thema für die RPTU.

Der Sanierungsstau ist die große Herausforderung im deutschen Universitäts-System.

70 Milliarden Euro sei die Schätzung für den Sanierungsstau der Universitäten in ganz Deutschland. "Da müssen wir ran", sagt Drescher. Bei dringenden Sanierungen würden die Gespräche mit dem Ministerium bereits laufen. In den kommenden Wochen sollen die Sanierungspläne konkretisiert werden. "Wir brauchen Ersatzneubauten, die wir schnell beziehen können", sagt er. Dann könnten nacheinander Gebäude geräumt werden, um sie zu sanieren. "Wir wollen in einem Ringtausch-System arbeiten, damit wir nach und nach sanieren können." Die Unterstützung des Landes sei für die Sanierung unverzichtbar.

RPTU Kaiserslautern-Landau: Fusion als Chance zur Neustrukturierung

Doch das ist nicht das einzige Thema, das der neue Präsident übernimmt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es die RPTU in dieser Form. Sie ist durch eine Fusion der Technischen Universität Kaiserslautern und der Universität Landau entstanden. Auf dem Papier sind die Universitäten nun eine, doch in der Praxis müssen die Standorte weiter zusammenwachsen. Für Malte Drescher war das ein Grund, an die RPTU zu kommen. "Wir haben die Möglichkeit Universitätsstruktur, noch einmal neu zu denken", sagt er.

Er sieht die Fusion als Chance, neue Strukturen zu schaffen, damit die RPTU schneller auf wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen reagieren kann. Konkret stellte er sich das mit mehr Selbstständigkeit für die Fachbereiche vor, die dann miteinander und dem außeruniversitären Umfeld eng zusammenarbeiten.

Jungen Menschen mit Studium in Kaiserslautern und Landau einen Sinn geben

Drescher hofft, dass sich auch zukünftig junge Menschen für ein Studium begeistern, weil sie darin einen Sinn sehen. Er möchte ihnen vermitteln, dass ein Studium auf die Zukunft vorbereitet. "Ein Studium in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) kombiniert mit einem anderen Fach zum Beispiel ist genau das Richtige, um die Zukunft des Planeten zu retten", sagt er.

Austausch und Kritik unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollten wir nicht Maschinen überlassen.

KI und Digitalisierung - zukünftig Aushängeschild der RPTU?

Eine große Rolle werde dabei weiterhin die Bereiche Digitalisierung und der Künstliche Intelligenz spielen. Wegen des vielfältigen Fächerangebots der RPTU habe die Uni laut Drescher die Expertise, um in Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle in diesen Bereichen einzunehmen. Die RPTU sollte sich nicht nur mit der technischen Seite der KI beschäftigen, sondern auch die sozialen, rechtlichen und psychologischen Folgen untersuchen. Besonders, wenn KI nicht mehr nur in der digitalen Welt ihre Wirkkraft entfalte, sondern zunehmend in der realen Welt.

Das soll laut Drescher auch für die Herausforderungen durch KI wappnen. Denn auch für ihn gibt es im Einsatz der KI Grenzen. "Wissenschaft lebt davon, dass sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler austauschen und sich gegenseitig kritisieren", sagt er. "Und das sollten wir nicht Maschinen überlassen."

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Maren Kaps
Maren Kaps, SWR Aktuell Studio Kaiserslautern