Zwischen dem Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kaiserslautern und der temporären Skateanlage in der Lauterer Innenstadt hätten Stadttauben ein neues Zuhause finden sollen. Endlich war dort aus Sicht der Stadt und der Taubenhilfe ein Standort für ein weiteres Taubenhaus gefunden. Immerhin hatte man die Suche schon 2022 gestartet.
Doch bei der benachbarten Schule hielt sich die "Freude" in Grenzen. Der Schulelternbeirat sprach sich mit einer Petition dagegen aus - mit Erfolg. Der Bauausschuss der Stadt sieht jetzt von dem Standort ab.
Wir haben die Suche nach einem neuen Standort aufgenommen.
Schulelternbeirat, Schülerschaft und Jugendparlament hatten seit Anfang Dezember vergangenen Jahres Unterschriften gesammelt, mit der Absicht, die Stadtspitze von der Idee abzubringen. "Bei Errichtung des Taubenturmes wird allenfalls durch Zuflug neuer Tauben ein nicht nur hygienisches Problem an einem Ort entstehen, wo vorher keines war", schreiben die Organisatoren der Petition.
Begründet wurde das auch damit, dass immungeschwächte Personen dadurch einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt seien. Nach einem Gespräch zwischen dem Beigeordneten der Stadt, Manuel Steinbrenner, und Schülervertretern fiel die Entscheidung: gegen den geplanten Standort.
Neues Taubenhaus in Kaiserslautern: Wie geht es jetzt weiter?
Nun heißt es für die Stadt: weitersuchen. Wie schwierig die Suche nach dem optimalen Standort für ein weiteres Taubenhaus ist, zeigte sich in der Vergangenheit mehrmals. Rathaus, Synagogenplatz und Stiftsplatz waren bereits als potentielle Standorte in der Innenstadt im Gespräch. Wurden dann aber verworfen.
Tauben in Kaiserslautern: Warum brauchen sie ein Zuhause?
In Kaiserslautern gibt es schon zwei Taubenhäuser - in der Lauterstraße in der Nähe der Gartenschau und am Bahnhof in der Zollamtstraße. Dort werden die Tiere zum Beispiel gefüttert und die Vogeleier werden gegen Attrappen getauscht. Auf diese Weise will man verhindern, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren. Kaiserslautern arbeitet hier nach dem sogenannten Augsburger Modell für Tauben.
Und diese Hilfe brauchen Tauben auch. Denn in Kaiserslautern dürfen verwilderte Haustauben und andere Wildtiere allgemein nicht von Menschen gefüttert werden. Das ist in der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung der Stadt geregelt. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro rechnen.