"Für welches Produkt ist Pirmasens berühmt?", "Welche Länder grenzen an Deutschland?" oder "Wann wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet?" Diese Fragen gehen an die Teilnehmer des Integrationskurses "Pirmasenser Weg". Acht Geflüchtete - vier Männer und vier Frauen - sind in den Konferenzraum der Kirchbergwerkstatt in Pirmasens gekommen, um den Kurs bei Brigitte Wagner zu besuchen.
Der Reihe nach lesen die Teilnehmer des Kurses jetzt die Fragen vor und beraten so lange, bis sie die richtigen Antworten geben können. Brigitte Wagner gibt Tipps und verbessert, wenn nötig, die Aussprache ihrer Schützlinge. "Ich komme hier her, weil ich lernen will", sagt Kurs-Teilnehmerin Haxhere Selimi. "Außerdem ist die Lehrerin sehr nett." Die 28-Jährige aus dem Kosovo kommt seit einem Jahr in den Integrationskurs.
Integrationskurs "Pirmasenser Weg" bekommt Integrationspreis
Seit zwei Jahren gibt es den Integrationskurs "Pirmasenser Weg", ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Pirmasens und der Kirchbergwerkstatt, die vom Pfälzischen Verein für Rechtspflege getragen wird. Das Projekt führt durch ein Vier-Stufen-Konzept zur Förderung der Integration von geflüchteten Menschen im Asylverfahren, um ihnen das Einleben in Pirmasens zu erleichtern. Zusammen mit schnellen Verwaltungsabläufen, dezentralem Wohnen und einer engen sozialpädagogischen Begleitung sollen die Kurse eine schnelle Integration ermöglichen.
"Der Kurs hat die ganz große Besonderheit, dass wir die Menschen, die neu bei uns ankommen, ab dem ersten Tag an die Hand nehmen", sagt Gustav Rothhaar, der Leiter des Amtes für Jugend und Soziales Pirmasens. Dafür hat der "Pirmasenser Weg" jetzt den Integrationspreis des Landes Rheinland-Pfalz bekommen. Das zeige, dass der "Pirmasenser Weg" gesehen und für gut befunden wird, so Rothhaar.
Das lernen Geflüchtete im Pirmasenser Integrationskurs
"Die Geflüchteten lernen hier die ersten Sätze auf Deutsch, die deutschen Gepflogenheiten, Werte und Kultur", fasst Kursleiterin Brigitte Wagner die Inhalte zusammen. Dazu gehört auch, dass ihre Schützlinge lernen, wie man in Deutschland Müll trennt oder wann die Ruhezeiten sind. "Das sind einfach die ersten Dinge, die sie lernen müssen. Ansonsten könnten sie sich ja gar nicht an die Regeln halten", erklärt Kursleiterin Wagner.
Sie unterstützt die Teilnehmer des Kurses aber auch dabei, einen Termin beim Arzt oder auf dem Amt zu machen. Sie arbeitet sich mit ihnen durch Unterlagen oder hilft beim Schreiben eines Lebenslaufes. "Es ist einfach mein Herzensprojekt", begründet Sie ihren Einsatz.
Die Verbundenheit zu den Teilnehmern geht aber auch über den Kurs hinaus. So erzählt Wagner zum Beispiel, dass sie sich immer sehr freue, wenn sie ihre Schützlinge an den verschiedensten Orten wieder trifft und sie ihr von ihren Fortschritten erzählen.
Ziel: Ein Job für Geflüchtete in Pirmasens
Das Ziel des "Pirmasenser Weges" sei es, dass die Teilnehmer des Kurses bereits nach einigen Wochen einen 1-Euro-Job ausüben. Anschließend sollen die Geflüchteten dann schnell eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt finden. Auf diesem Weg werden sie von dem Integrationsprojekt unterstützt. Außerdem spare man so auch die Ressourcen der Stadt, so Rothhaar. "Die Menschen gehen diesen Weg mit uns mit und das funktioniert richtig gut."