Weniger Asylbewerber und hohe Kosten

Im Westen der Pfalz sollen Unterkünfte für Flüchtlinge reduziert werden

In diesem Jahr sind deutlich weniger Flüchtlinge nach Rheinland-Pfalz gekommen als in den Vorjahren. Das liegt unter anderem an den verschärften Grenzkontrollen in Deutschland. Kommunen in der Westpfalz planen jetzt bei ihren Flüchtlingsunterkünften um.

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Stand

Im Dahner Felsenland in der Südwestpfalz werden zum Beispiel gerade Unterkünfte reduziert. Die Kreisverwaltung hat dem SWR mitgeteilt, dass das an den hohen Kosten liege. Wie viele Unterkünfte reduziert werden sollen, stehe aber noch nicht fest. Der Großteil der anderen Verbandsgemeinden in der Südwestpfalz behalte die Anzahl an Unterkünften für Geflüchtete vorerst bei.

370 Menschen leben derzeit in der AfA in Kusel

In Kusel soll es, wie im Dahner Felsenland, in Zukunft weniger Wohnungen für Geflüchtete geben. Nach eigenen Angaben werden auch dem Landkreis derzeit weniger Geflüchtete zugewiesen. Trotzdem halte man sich bereit, falls die Zahlen doch wieder steigen. Zudem gibt es in Kusel eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA). Dort leben derzeit nach Angaben der Kreisverwaltung 375 Menschen. Weit weniger als vor zwei Jahren. Da waren es rund 1.000.

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Kaiserslautern prüft Abbau von Flüchtlings-Unterkünften

In Kaiserslautern wird laut der Stadtverwaltung gerade geprüft, ob Flüchtlings-Unterkünfte reduziert werden können. Das sei aber gar nicht so einfach, weil es in der Stadt generell schwierig sei, eine Wohnung zu finden. Die Geflüchteten bleiben deshalb weiterhin in den Unterkünften. In Pirmasens und Zweibrücken bleiben die Unterkünfte für Flüchtlinge erstmal bestehen, heißt es aus den dortigen Rathäusern.

Zuzugssperre hat sich für die Stadt Pirmasens bewährt

In Pirmasens gibt es seit Anfang des Jahres eine Zuzugssperre. Konkret bedeutet dies, dass geflüchtete Menschen nur noch in Ausnahmefällen nach Pirmasens ziehen dürfen. Beispielsweise, wenn sie in der Stadt eine Arbeitsstelle gefunden haben. Die Stadt Pirmasens hatte einen Antrag auf Zuzugssperre beim Integrationsministerium gestellt.

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"Es bestand die Gefahr sozialer und gesellschaftlicher Ausgrenzung", teilt die Stadt dem SWR mit. Erschwerend sei eine "übermäßig angespannte Arbeits- und Ausbildungsmarktsituation" in Pirmasens hinzugekommen. Die Bilanz nach einem dreiviertel Jahr: "Aus Sicht der Ausländerbehörde hat sich die Zuzugssperre bewährt." Seit Anfang des Jahres seien der Stadt 31 Flüchtlinge zugewiesen worden.

Trotz sinkender Zahlen bleibt Lage herausfordernd

Für die Verteilung der Geflüchteten auf die Kommunen ist die Aufsichtsbehörde ADD zuständig. Sie sagt, dass die Lage trotz sinkender Zugangszahlen weiterhin herausfordernd sei. "In Folge der hohen Zugänge der vergangenen Jahre sind in den kommunalen Behörden weiterhin umfassend Ressourcen mit der Betreuung der Bestandsfälle gebunden, auch in Folge der Aufnahme und Unterbringung von Vertriebenen aus der Ukraine", so die Behörde.

Eine Prognose, wie sich die Zahlen weiter entwickeln, sei nicht möglich. Das sei "maßgeblich davon abhängig, wie sich die Lage in den Krisen- und Kriegsgebieten in der Welt verändert".

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