Die Rosa Teufel sind eine Gruppe queerer Menschen, die die Liebe zum Fußball eint. Ein Sport, der es der queeren Community oft nicht leicht macht, zur eigenen Sexualität zu stehen. Das gesteht Dirk Schmitt, der Leiter der Rosa Teufel.
Jährlich richtet Schmitt ein internationales Fußballturnier in Kaiserslautern aus, um queeren Fußballerinnen und Fußballern einen safe space auf dem Rasen zu bieten. Denn immer noch seien homophobe Sprüche wie "der schwule Pass" in Stadien zu hören. Für viele queere Jugendliche bedeute das: Rückzug statt Mitspielen. Manche geben den Sport ganz auf – aus Angst vor Diskriminierung.
Queeres Fußballturnier in Kaiserslautern - mit internationaler Beteiligung
Die Rosa Teufel haben in Kaiserslautern bereits das fünfte Turnier organisiert. Programm gab es wie jedes Jahr auch außerhalb des Fußballplatzes. Als Auftaktevent haben sich die Teilnehmenden bei einem Get-Together auf der Maikerwe getroffen und anschließend die Turnier-Teams ausgelost.
Insgesamt haben rund 100 Teilnehmende bei dem Cup mitgemacht - aufgeteilt in zehn Teams. Die meisten kamen aus ganz Deutschland, einige andere sind sogar aus Slowenien, Tschechien oder Frankreich angereist. "Das ist mit so viel Herzblut organisiert", beschreibt ein Teilnehmer aus Slowenien das Event. Zusammen mit Freunden haben sie knapp 1000 Kilometer pro Fahrt auf sich genommen, um sich in Kaiserslautern zu treffen.
Das ist mit so viel Herzblut organisiert, sodass es uns nichts ausmacht, mehr als 1000 Kilometer zu fahren.
Wohlfühlen ist bei den Rosa Teufeln das Credo. Alle sollen sich wie der Teil einer Familie fühlen, erzählt der Mitorganisator Wolfgang Pletsch. Damit das gelingt, unterstützen seine Mutter und Tante beim anschließenden Grillen und der Bewirtschaftung. Wer zudem einen Schlafplatz braucht, bekommt ihn von einem der Teufel gestellt. Bevor es nach dem Turnier-Wochenende für alle wieder nach Hause geht, wird in der Stadt noch gemeinsam gebruncht.
Rosa Teufel aus Kaiserslautern spielen Fußball in ganz Europa
Ähnliche Turniere finden regelmäßig auch in anderen Städten statt, wie Stuttgart oder Prag zum Beispiel. Die werden dann von den dort beheimateten Gruppen organisiert. Über die Jahre haben sich die Rosa Teufel ein europaweites Netzwerk aus Freunden und Teamplayern aufgebaut.
Über die Jahre sind die Rosa Teufel für einige Menschen aus der Region zur wichtigen Stütze geworden, erzählt der Leiter Dirk Schmitt. Nicht selten hätten sich ihm queere Menschen anvertraut und sich dankbar über den sicheren Raum gezeigt, sich outen zu können - ohne Ängste und Sorgen vor Diskriminierung.