Die Auszeichnung hat der Rothirsch von der Deutschen Wildtier-Stiftung bekommen. Mit Plakaten will die Stiftung deutschlandweit auf die begrenzten Lebensräume der Tiere aufmerksam machen. Der Rothirsch kommt auch bei uns im Pfälzerwald vor.
Tier des Jahres: Stiftung sieht Rothirsch in Deutschland gefährdet
"Der Rothirsch ist eigentlich ein Tier der halboffenen Landschaft. Da er dort jedoch stark beunruhigt und bejagt wird, zieht er sich zunehmend in den Wald zurück – wo es ihm oft an geeigneter Nahrung fehlt", sagt eine Sprecherin der Deutschen Wildtier-Stiftung. Nach Angaben der Stiftung kommt der Rothirsch in Rheinland-Pfalz auf knapp 30 Prozent der Landesfläche vor.
"Dennoch zeigen genetische Untersuchungen, dass auch die rheinland-pfälzischen Bestände stark voneinander isoliert sind und an genetischer Vielfalt verlieren. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, ist der Rothirsch langfristig in seinem Bestand gefährdet", heißt es von der Stiftung.
Pfälzerwald: Forstamt bewertet die Situation des Hirsches anders
Dass der Rothirsch vermehrt im Pfälzerwald vorkommt, sieht auch der Leiter des Forstamtes Kaiserslautern, Hauke Beeck: "Die Rothirsche fressen eben auch Feldfrüchte und das wurde in der Landwirtschaft nicht geduldet. Man hat sie deshalb in den Wald gedrängt. Im Wald essen sie Gräser, Kräuter, Knospen, Rinde - was sie in dem Moment eben finden."
Im Pfälzerwald kommen die Rothirsche laut Beeck vor allem südlich von Kaiserslautern vor, bei Mölschbach, Waldleiningen und vor allem rund um Johanniskreuz. "Das natürliche Habitat ist die Steppe. Sie kommen hier aber auch klar", findet Hauke Beeck. Aus forstwirtschaftlicher Sicht gibt es allerdings Herausforderungen mit dem Rothirsch im Pfälzerwald, vor allem, wenn er zu häufig vorkommt.
"Wir sprechen von Schäden, die werden regelmäßig kontrolliert. Es gibt einen Schwellenwert. Wenn er darunter ist, haben wir kein Problem. Wenn wir darüber sind, müssen wir schauen, was sind die Möglichkeiten, wie wir dagegen wirken. Da gehört der Abschuss dazu. Es geht aber auch darum, den Lebensraum zu gestalten", sagt Beeck.
Rothirsch: Wie kann das Tier des Jahres 2026 geschützt werden?
Dann geht es darum, wie Rothirsche nicht gestört werden, zum Beispiel durch Wanderer oder Mountainbiker. Rothirsche sind nämlich Wiederkäuer mit einem komplexen Verdauungssystem. Werden sie bei der Nahrungsaufnahme gestört, greifen sie stärker auf Knospen und Rinde im Wald zurück und beschädigen Bäume.
Angepasste Mountainbike-Strecken und Wanderwege im Pfälzerwald können eine Lösung sein. "Mit dem Mountainbike-Verein ist man im sehr guten Austausch. Man kann ja auch, wenn man Strecken baut, gewisse Lenkungen erzielen", erklärt Hauke Beeck.
Deutsche Wildtier-Stiftung: Mehr Schutz durch Politik gefordert
Die Deutsche Wildtier-Stiftung wünscht sich aber, dass der Rothirsch auch von der Politik noch stärker geschützt wird. "Wir fordern eine Verkürzung der Jagdzeit um einen Monat. Die Jagd auf Rothirsche sollte spätestens am 31. Dezember enden. Mehr Ruhe ist eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen Erhalt stabiler Rotwildbestände", erklärt die Stiftung.