Gerade für junge Pflanzen war der viel zu trockene Sommer eine große Herausforderung. Die Nadeln vieler junger Bäume sind zum Teil bräunlich verfärbt. Bei Sponheim im Naheland etwa sollten auf einem Hektar Fläche 8.000 Weihnachtsbäume heranwachsen. Doch die Sonne und Dürre des Sommers sorgten für einen Totalschaden. Von dieser Fläche wird Weihnachtsbaumproduzent Lars Zimmermann in diesem Winter keine Weihnachtsbäume mehr verkaufen können.
Bäumchen schaffen es nicht ins weihnachtliche Wohnzimmer
"Bei den jungen Bäumen haben wir ein Riesenproblem, weil die Bäume alle vertrocknet sind. Die Hitze war einfach zu extrem", erklärt Zimmermann. Man habe keine Möglichkeit gehabt, die Fläche zu bewässern, da es verboten gewesen sei, bei der Hitze Wasser aus dem Bach zu entnehmen.
Ist Nordmanntanne der Weihnachtsbaum der Zukunft?
Anders sieht es bei den Nordmanntannen aus, die nur 100 Meter weiter stehen. Sie haben längere Wurzeln. Selbst in Trockenzeiten erreichen sie so noch das Wasser. Auch im Pfälzerwald macht man sich Gedanken über den Weihnachtsbaum der Zukunft. Förster Andreas Grehl denkt in seinem Revier Trippstadt über mediterrane Nadelhölzer nach. "Man geht davon aus, dass die besser mit der Trockenheit, die uns erwartet, zurechtkommen. Deshalb wäre das vielleicht ein Versuch", so Grehl. Das Problem sei, dass die Leute an die Nordmanntanne gewöhnt seien und andere Sorten es schwer haben.
Denn die Nordmanntanne ist mittlerweile der beliebteste Weihnachtsbaum. Seit 1980 hat sie als Weihnachtsbaum-Favorit die Blaufichte abgelöst. Deshalb setzt auch Weihnachtsbaumproduzent Lars Zimmermann auf diese Nadelart. Die jungen Bäumchen bekommen nun immer einen großen Partner. "Wir haben hier die Jungpflanzen unter die Bestandsbäume gepflanzt und dadurch haben die einen Schattenwurf und werden durch den Schatten geschützt." Wachsen Bäume unterschiedlichen Alters auf derselben Fläche, könnten sie sich gegenseitig Schatten spenden.
Steigen die Preise für Weihnachtsbäume?
Gerade in den ersten beiden Jahren benötigen junge Nadelbäume eigentlich viel Wasser, bis sie ausreichend verwurzelt sind. Deshalb müssten die zum Verkauf gezüchteten Bäume mit Extra-Wasser versorgt werden. Wer das in diesem Jahr leisten konnte, der wird den Verbrauch wohl an die Kunden weitergeben. Experten bestätigen, dass die Preise für die Bäume in diesem Jahr ansteigen werden. Nordmanntannen kosten dann zwischen 20 und 25 Euro pro laufenden Meter. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei zehn bis 16 Euro und die Fichte bei sechs bis zehn Euro.