Die Samen sind in Tütchen verpackt und stehen das ganze Jahr über in der Bücherei bereit. So erklärt es Christina Gieseler von der Stadtbücherei Zweibrücken. "Wir stellen die Tütchen kostenlos zur Verfügung." Pro Person dürfen rund zwei bis drei Tütchen mitgenommen werden.
Wer mitmachen will, muss säen und sammeln
"Die Idee ist, eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen", erklärt Gieseler. Damit die Saatgut-Bibliothek immer weiter existiere, brauche es auch Gärtner, die neues Saatgut beisteuerten. "Das wird dann von Ehrenamtlichen in die Tütchen gepackt und bei uns wieder zum Mitnehmen ausgestellt."
Die Tauschbörse nimmt ausschließlich vermehrungsfähiges Saatgut an - sogenannte samenfeste Sorten. Das sind Sorten, die im darauffolgenden Jahr weiterverwendet werden können.
Projekt soll Zweibrücken grüner und artenreicher machen
Mit der Saatgut-Tauschbörse möchte die Bücherei dazu beitragen, dass die Stadt grüner wird. "So finden die Insekten mehr zu fressen und können noch mehr Pflanzen bestäuben", sagt Gieseler. Außerdem werde mit der Aktion die Artenvielfalt gefördert. "Wir haben auch ungewöhnlichere Sorten im Bestand", so Gieseler. Sie nennt zum Beispiel die Wildtomate "Rote Murmel".
Bücherei braucht immer wieder Nachschub an Saatgut
Die Saatgut-Bibliothek in Zweibrücken wurde vor rund sechs Jahren ins Leben gerufen. Seitdem wird das Angebot laut Bücherei gut angenommen. "Wir bekommen auch Feedback von den Leuten, ob die Pflanzen gut wachsen oder wie groß sie werden", berichtet Gieseler. Pro Jahr gibt die Bücherei mindestens 500 Samentütchen heraus. "Vor allem im Herbst komme dann wieder Nachschub rein", sagt Gieseler. Aber auch im Sommer gebe es zu tun: "Jetzt beginnt wieder die Phase des Erntens und Sammelns."