Kaiserslautern hat jetzt eine Fachstelle für sexualisierte Gewalt: den Frauennotruf. Nach jahrelanger Vorbereitung steht das Team bereit, um Frauen und Mädchen praktische Hilfe zu bieten und das Thema in der Gesellschaft anzugehen. Die Einrichtung verknüpft Beratung, Prävention und Aufklärung unter einem Dach. Zudem ist es die erste Anlaufstelle in Rheinland-Pfalz, die Beratung von Frauennotruf und Frauenhaus vereint, wie Familienministerin Katharina Binz (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Eröffnung betont.
Wer kann sich an den Frauennotruf Kaiserslautern wenden?
Mit welchen Formen von Gewalt beschäftigt sich der Frauennotruf?
Was passiert in einer Beratung beim Frauennotruf?
Wie kann man sich beim Frauennotruf melden?
Warum wurde der Frauennotruf Kaiserslautern ins Leben gerufen?
Was macht das Frauennotruf-Team in Kaiserslautern noch?
Wie wird der neue Frauennotruf in Kaiserslautern finanziert?
Wer kann sich an den Frauennotruf Kaiserslautern wenden?
An den Frauennotruf können sich betroffene Frauen und Mädchen ab 14 Jahren wenden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich sicher sind, dass sie Opfer sexualisierter Gewalt sind. "Auch diejenigen, die noch nicht ganz sicher waren, was war denn das eigentlich, was ich da erfahren habe, können sich melden", sagt Meike Camby, Vorsitzende des Trägervereins. Zudem besteht Beratungskompetenz für Angehörige, Bezugspersonen und Fachkräfte, die Hilfe im Umgang mit Betroffenen suchen.
Mit welchen Formen von Gewalt beschäftigt sich der Frauennotruf?
Der Notruf befasst sich mit sexualisierter Gewalt in unterschiedlichsten Kontexten. Sexualisierte Gewalt "findet in sehr vielen unterschiedlichen Kontexten statt", so Camby, unter anderem in Beziehungen, Freundschaften, in der Freizeit, in Vereinen, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und im Internet. Frauen sind in nahezu allen Lebensbereichen betroffen.
Was passiert in einer Beratung beim Frauennotruf?
Im Gespräch hören die Beraterinnen aufmerksam zu, um herauszufinden, was die betroffene Person benötigt. Dies kann praktische Unterstützung sein, etwa bei einer Anzeigeerstattung, oder Unterstützung dabei, eigene Kräfte und Ressourcen wiederzuentdecken und die erlittene Gewalt zu bewältigen. "Manchmal sind es sehr praktische Angelegenheiten", sagt Camby, "und manchmal geht es darum, die eigene Kraft wiederzufinden."
Wie kann man sich beim Frauennotruf melden?
Der Frauennotruf ist telefonisch und per E-Mail erreichbar. Beratungstermine werden individuell vereinbart und finden wahlweise telefonisch oder persönlich in den Räumen des Notrufs in der Münchstraße 10 in Kaiserslautern statt. Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist unter 116 016 rund um die Uhr erreichbar. Beim Kontakt per Telefon oder E-Mail erfolgt zunächst eine Terminvereinbarung zu einem Beratungsgespräch. Die Beratung ist auf Wunsch anonym und kostenfrei.
Warum wurde der Frauennotruf Kaiserslautern ins Leben gerufen?
Kaiserslautern war bislang das einzige Oberzentrum in Rheinland-Pfalz ohne Frauennotruf, obwohl die Stadt statistisch genauso von sexualisierter Gewalt betroffen ist wie andere. "Deswegen war es uns wichtig, hier auch diese Lücke zu schließen", sagt Camby. Gespräche und die große Nachfrage in den letzten Jahren bestätigten den Bedarf immer wieder.
Was macht das Frauennotruf-Team in Kaiserslautern noch?
Neben der direkten Beratung von Betroffenen sieht sich das Team in der gesellschaftspolitischen Verantwortung. "Uns ist es wichtig, nicht nur zu beraten, sondern politische und gesellschaftspolitische Arbeit zu machen, aufzuklären und auch Präventionsarbeit zu leisten", erklärt Camby. Das Ziel ist es, langfristig das Bewusstsein für das Thema zu erhöhen und Frauen zu stärken.
Wie wird der neue Frauennotruf in Kaiserslautern finanziert?
Der Frauennotruf wird durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz gefördert. Zusätzliche Unterstützung kommt von der Stiftung Bürgerhospital und der Stiftung Opferschutz Kaiserslautern. Die Trägerschaft liegt beim Verein "Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt Kaiserslautern e.V.". Die Finanzierung erfolgt über jährliche Projektanträge.