Sicherheit in der Westpfalz

So trainiert die Polizei bei Kaiserslautern die Abwehr von Messerangriffen

Wie bereiten sich Polizistinnen und Polizisten eigentlich auf den Ernstfall vor? Zum Beispiel, wenn sie unerwartet von jemandem mit einem Messer angegriffen werden – ein Blick hinter die Kulissen des Einsatztrainings, das Leben retten kann.

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"Achtung, Messer, Messer!" Der Körper des jungen Polizisten ist von einer Sekunde auf die andere komplett angespannt. Die Hände versuchen das Messer, das direkt auf seinen Oberkörper gerichtet ist, abzuwehren.

Im Schieß- und Einsatztrainingszentrum der Hochschule der Polizei in Enkenbach-Alsenborn trainieren Polizistinnen und Polizisten, wie man sich gegen gewalttätige Angreifer behauptet – zuerst mit klaren Worten, später mit den richtigen Griffen und auch einer Portion Selbstbewusstsein. Die Atmosphäre ist angespannt und konzentriert: Was hier trainiert wird, kann im Ernstfall Leben retten – nicht nur das eigene, sondern auch das von Polizei-Kolleginnen und Kollegen.

Stress pur: Wenn die Personen-Kontrolle der Polizei eskaliert

In realitätsnahen Simulationen werden Situationen geübt, bei denen scheinbar harmlose Polizei-Kontrollen plötzlich in Lebensgefahr münden. "Das ist eigentlich das Schlimmste, was einem Beamten passieren kann: Messerangriff oder Schusswaffenangriffe", erzählt Sarah Layes, die stellvertretende Leiterin des Schieß- und Einsatztrainingszentrums (SETZ) bei Kaiserslautern. Die junge Einsatztrainerin Kathrin S. beschreibt eine solche Situation so: "Es ist ja Lebensgefahr, wenn man mit dem Messer angegriffen wird. Man muss schnell reagieren. Das ist das höchste Stresslevel."

Das ist eigentlich das Schlimmste, was einem Beamten passieren kann: Messerangriff oder Schusswaffenangriffe.

Messerangriffe werden in Polizei-Ausbildung jetzt häufiger trainiert

In Deutschland haben Straftaten mit Messern laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zugenommen. Und zwar um zirka 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir versuchen unsere Beamten so gut wie möglich auf solche Situationen vorzubereiten", sagt Layes. Sie steht in einer Halle, die einem kleinen Turnsaal ähnelt. Hier wird geübt, wie man einen Messerangriff am besten abwehren kann. "Viele sind bereits sehr sensibilisiert. In den letzten Jahren haben wir das Thema in der Fortbildung stark aufgearbeitet", so Layes.

Polizei-Tipp: Konflikte mit Messer möglichst immer vermeiden

Auch für erfahrene Einsatzkräfte bleibt ein Messer eine enorme Bedrohung. Es gebe bestimmte Handgriffe, die man einstudiert, aber eigentlich könne man einem Messerangriff nur sehr schwer etwas entgegensetzen, sagt Michael Schneider, der Leiter des Trainingszentrums in Enkenbach-Alsenborn.

Man sollte Konflikte mit einem Messer immer meiden.

Er erklärt, dass auch die Polizeibeamten mit ihrer Schutzkleidung in den meisten Fällen damit rechnen müssen, verletzt zu werden. Als Normalbürger sollte man bei einem Messerangriff versuchen – wenn möglich wegzurennen. "Es reicht schon eine tiefe Schnittverletzung im Arm, Oberschenkel oder auch am Hals, sodass mir keiner mehr helfen kann. Man sollte Konflikte mit einem Messer immer meiden", warnt Schneider.

Polizei trainiert Messerangriffe in Enkenbach-Alsenborn.
Training in Enkenbach-Alsenborn: Den simulierten Messerangriff haben die Polizeibeamten erfolgreich abwehren können.

Polizei-Training: Teamwork und schnelles Handeln retten Leben

Zurück zur simulierten Angriffssituation im Trainingszentrum an der Hochschule der Polizei. Mit aller Kraft drängt der Beamte den vermeintlichen Angreifer mit dem Messer zurück – sein Arm um dessen Hals, das Knie gegen den Brustkorb gedrückt. Unterstützung kommt sofort: Eine Polizeikollegin packt mit an und gemeinsam wird der Täter zu Boden gebracht. Es ist ein wildes Gerangel, bei dem jede Sekunde zählt. Am Ende liegt der Angreifer mit den Händen auf dem Rücken am Boden. Das Messer ist nicht mehr in seiner Hand. Und der Angriff - zum Glück dieses Mal nur eine Trainingssituation.

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