In der Halle 1 der TSG Kaiserslautern sitzen die Zuschauer auf Stühlen sehr nah am Spielgeschehen. Das Spielfeld ist nur durch eine flache Werbebande getrennt. Tischtennis also quasi zum Anfassen - und das haben die Buchenlocher ihren Gegner aus Sachsen spüren lassen. An Tisch 1 lag das TSG-Doppel Xi Wang und Kirill Fadeev nach zwei Sätzen noch 0:2 zurück. Doch die 125 Zuschauer haben die beiden mit Applaus aufgemuntert.
TSG Kaiserslautern hält lange mit
"Das Publikum kann ganz gewaltig pushen und den ein oder anderen Punkt ausmachen", verrät TSG-Abteilungsleiter Helmut Schneider. Recht sollte er in dieser Phase behalten, denn Xi Wang und Kirill Fadeev steigerten sich deutlich. Nach 0:2-Rückstand stand es am Ende 3:2. Weil parallel dazu an Tisch 2 das Doppel mit dem indischen Neuzugang Divyansh Srivastava und Torben Wosik in drei Sätzen 0:3 verlor, stand das Spiel zu diesem Zeitpunkt 1:1. Die Überraschung gegen den TTC Sachsenring Hohenstein-Ernstthal lag in der Luft.
Doch die Sachsen sollten in den Einzel-Spielen zeigen, warum sie in der vergangenen Saison Vize-Meister wurden. Der TTC erhöhte in der Folge auf 4:1. Zwar kam die TSG Kaiserslautern nach Siegen von Xi Wang und dem zweiten Neuzugang, Kirill Fadeev, noch einmal heran. Nach mehr als dreieinhalb Stunden Spielzeit setzten sich aber die Sachsen durch und holten den 6:3-Auswärtssieg.
Aufsteiger in die 2. Bundesliga
Helmut Schneider war nach dem Spiel trotzdem stolz auf die Spieler. "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Letztendlich hat gegen eine Spitzenmannschaft das Quäntchen Glück gefehlt", findet Schneider. TSG-Altmeister Torben Wosik sagt: "Wir haben in einer starken 3. Liga bewiesen, wie gut wir spielen können. Ein Saisonstart ist immer schwer. Man muss erst reinkommen."
Der 52-jährige ehemalige deutsche Nationalspieler hat seine Begegnungen verloren. Anders Neuzugang Kirill Fadeev: Der 25-Jährige zeigte beim TSG-Debüt zwar Höhen und Tiefen in seinem Spiel, steuerte aber zwei der drei Punkte für die Buchenlocher bei. "Mein Spiel ist wie eine Achterbahnfahrt. Wenn ich mich aber locker fühle, dann spiele ich gut", sagt Fadeev. Beim Wechsel des 25-Jährigen zum Aufsteiger hat auch sein Mitspieler Torben Wosik mitgeholfen.
Lob für TSG-Neuzugang Kirill Fadeev
"Kirill kenne ich schon, seit er ein kleines Kind ist. Er ist menschlich ein super Typ. Er spielt sehr variabel und kann an guten Tagen die besten Spieler schlagen. Er ist Linkshänder und kann auch sehr gut Doppel spielen", beschreibt Wosik Kirill Fadeev. Die beiden haben in der Vergangenheit schon als Doppel bei Deutschen Meisterschaften gespielt. Das kann auch für die Saison bei der TSG eine Option werden.
TSG Kaiserslautern will in der 2. Bundesliga bleiben
Ab Oktober stößt dann auch noch Yiu Kwan To aus Hongkong zur Mannschaft. Der 21-Jährige gilt laut Helmut Schneider als großes Talent und will sich zum ersten Mal bei einem Verein in Europa beweisen. Trotz der vielversprechenden Neuzugänge bleibt der Abteilungsleiter des Aufsteigers aber auf dem Boden: "Man muss sich in der Liga erst etablieren. Aber ich bin doch zuversichtlich, dass wir das Ziel Klassenerhalt schaffen."
Weiter geht es für die Tischtennisspieler der TSG Kaiserslautern im Oktober. Am 4. Oktober geht es nach Nordrhein-Westfalen zum TTC Indeland Jülich. Das nächste Heimspiel ist dann am 18. Oktober gegen den TTC Fortuna Passau.