Der Vorstand der TSG Wolfstein-Roßbach hat die Nase nun endgültig voll. Seit Jahren bräuchte der Verein einen neuen Kunstrasen. Doch noch immer spielen die Mannschaften auf einem sandigen Belag, der an vielen Stellen beschädigt ist. Das birgt Verletzungsgefahr.
Stadt Wolfstein hat kein Geld für einen neuen Kunstrasen
"Hätten wir von zwei Jahren nicht vom Verein aus das Granulat entfernt, wäre der Platz jetzt nicht bespielbar", sagt Karl Metzger, der 1. Vorsitzende der TSG Wolfstein-Roßbach. Die Vereinsverantwortlichen machen die Stadt Wolfstein für den Stillstand verantwortlich. Ihr gehört die Anlage mit dem Kunstrasenplatz.
Doch weil das Geld fehlt, hat sich über die Jahre auf dem Platz nicht viel getan. "Der Knackpunkt ist natürlich das Geld. Aber Fördermittel stehen bereit. Die Unterstützung der Stadt lässt zu wünschen übrig", sagt Jugendleiter Dustin Scheidt. Seit 2009 gibt es zumindest eine Kooperationsvereinbarung der Stadt mit der TSG Wolfstein-Roßbach. So kann sich der Verein um das Nötigste kümmern.
Kunstrasen in Wolfstein: Wer zahlt in Zukunft?
Die Hoffnung, dass nun die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein für einen neuen Kunstrasen einspringt, hat sich zerschlagen. Eine Übernahme lehnt die Verwaltung auf SWR-Nachfrage ab. "Durch die Erhebung zur zentralen Sportanlage der Verbandsgemeinde (...) würde sich der Kreis der möglichen Nutzungsinteressenten auf die rasensporttreibenden Vereine der gesamten Verbandsgemeinde vergrößern." Soll heißen: Dadurch würde der Rasen noch stärker beansprucht werden als bisher.
Fußballverein in Wolfstein will für den Kunstrasen selbst aufkommen
Stattdessen soll nun die TSG Wolfstein-Roßbach Eigentümer der Anlage werden. "Vorgespräche laufen bereits mit der Stadt", bestätigt Dustin Scheidt. Kommt der Fußballverein für den neuen Kunstrasen selbst auf, hat das Vorteile: "Bei der Kommune ist ein Ausschreibungsverfahren nötig. Dieses entfällt beim Verein. Deshalb wären die Kosten weniger als bei einer kommunalen Sanierung", sagt Scheidt.
Die Vereinsverantwortlichen gehen davon aus, dass der neue Kunstrasen rund 280.000 Euro kosten wird. Die Hälfte will der Verein über Fördermittel vom Land finanzieren. Den Rest möchte der Fußballverein selbst stemmen. Final muss nun der Stadtrat am 24. April entscheiden, ob das Grundstück an die TSG geht. Für Dustin Scheidt kommt eine Beitragserhöhung der Mitglieder nicht in Frage, aber: "Eventuell wird es eine freiwillige Anhebungen geben."
Kunstrasen ist für den Zusammenhalt in Wolfstein wichtig
Denn der Verein ist in Wolfstein ein wichtiger Anlaufpunkt zum Sport machen. "Wir haben viele jugendliche Spieler und auch Erwachsene, die hier jede Woche darauf trainieren", sagt Vorstands-Mitglied Markus Berg. Er geht von 200 bis 300 Spielern aus.
Markus Berg spricht aber auch vom Zusammenhalt in Wolfstein, der durch den Fußball gestärkt wird. Die Vereinsverantwortlichen hoffen nun, dass für den neuen Kunstrasen noch etwas Unterstützung von Privatpersonen oder Firmen aus der Region kommt.