Hunderte neue Wohnungen bis 2040 nötig

Sozialer Wohnungsbau: GSG fordert bessere Förderung für Neuwied

In Neuwied sollen bis 2040 rund 2.000 neue Wohnungen entstehen. Die soll unter anderem die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft bauen. Sie fordert dafür mehr Unterstützung vom Land.

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Von Autor/in Tim Saynisch

Neuwied braucht mehr bezahlbare Wohnungen: Die Stadtverwaltung hat im vergangenen Jahr ihr sogenanntes Wohnraumversorgungskonzept vorgestellt. Darin wird prognostiziert, dass in der Stadt in den kommenden 15 Jahren besonders im günstigen Segment viele neue Wohnungen gebaut werden müssen - für Singles, junge Familien und Senioren.

GSG: Neuwied braucht bessere Förderung

Dabei helfen soll die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft (GSG), ein Tochterunternehmen der Stadt. Damit möglichst viele neue - und mietgünstige - Wohnungen gebaut oder bestehende saniert werden können, müssen sich laut GSG-Geschäftsführer David Meurer die Rahmenbedingungen ändern: Der soziale Wohnungsbau müsse mehr gefördert werden. Meurer hält eine Anhebung der sogenannten Fördermietenstufe für unumgänglich.

David Meurer, Geschäftsführer der GSG Neuwied
David Meurer ist seit Oktober 2020 Geschäftsführer der Gemeindlichen Siedlungsgesellschaft (GSG) Neuwied.

Die Fördermietenstufe richtet sich in Rheinland-Pfalz nach der Mietobergrenze in einer Stadt. In Neuwied können Neubauten dementsprechend mit einem Grunddarlehen von 2.600 Euro pro Quadratmeter gefördert werden - für Sanierung und Umbauten sind es zehn Prozent weniger. Meurer hofft, dass die neue Landesregierung die Förderstufe für Neuwied erhöht. Dann wäre laut Meurer künftig ein Zuschuss von 2.800 Euro pro Quadratmeter möglich.

Mehrere Bauprojekte in Neuwied in Planung

Er wolle in den kommenden Wochen das Gespräch mit der neuen Landesregierung suchen, sagt Meurer, sobald sich in Mainz sowohl in den Ministerien als auch bei der Investitions- und Strukturbank (ISB) die neuen Ansprechpartner etabliert hätten.

Nach Angaben des GSG-Geschäftsführers sind in Neuwied zurzeit mehrere soziale Wohnbauprojekte in Planung. Diese seien nur mit höheren Fördergeldern umzusetzen. Wenn sich an der Förderstufe nichts ändere, könne es sein, dass sich die Wohnbaugesellschaft die Baukredite auf dem freien Markt besorgen müsse. Dann seien die Objekte aber nicht mehr als Sozialwohnungen eingestuft und könnten nicht mehr für eine Miete von 6,90 Euro pro Quadratmeter angeboten werden.

Baustart im Werthviertel verschiebt sich wohl auf 2027

Ein Projekt, das die GSG zurzeit plant, ist die Sanierung des Werthviertels in der Innenstadt. Hier verfügt die Wohnbaugesellschaft nach eigenen Angaben zusammenhängend über rund 350 Wohnungen in 60 Gebäuden. Perspektivisch soll hier weiterer Wohnraum entstehen.

Bei einer Bürgerversammlung 2023 hatte die GSG noch einen Baustart für dieses Jahr angepeilt. Das wird jetzt nicht mehr zu halten sein. Das Bebauungsplanverfahren werde voraussichtlich noch bis Herbst 2027 laufen, sagt Meurer: "Das ist das größte Projekt der GSG im Gebäudebestand seit Gründung vor 100 Jahren." Er rechnet mit einer Sanierungszeit von rund 15 Jahren.

Modell des Neuwieder Werthviertels
So könnte das Werthviertel künftig aussehen. Die GSG plant mit einem Beginn der Sanierungsmaßnahmen frühestens im Herbst 2027. Das Modell steht in ihrem Hauptgebäude.

Privater Investor baut 43 Wohnungen in der Innenstadt

Unterdessen leisten auch private Investoren ihren Beitrag dazu, das Wohnraumversorgungskonztept in Neuwied zu erfüllen. Das zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Sohler Weg in Neuwied, wo bereits die Bagger rollen. Aus einer gemeinsamen Mitteilung der Stadtratsfraktionen CDU, Bündnis90/ die Grünen, BSW, FWG und FDP geht hervor, dass hier 43 geförderte Sozialwohnungen entstehen sollen. Der Geldgeber und die Architektin des Projekts stammen beide aus der Stadt, beziehungsweise dem Kreis Neuwied.

GSG-Geschäftsführer Meurer macht deutlich, dass die Zahlen aus dem städtischen Konzept ohne das Zutun "anderer Marktakteure" nicht zu erreichen seien. Nach Angaben der Fraktionen soll für die Wohnungen im Sohler Weg 30 Jahre Mietpreisbindung gelten: Mit einer geplanten Anfangsmiete von rund 6,25 Euro pro Quadratmeter entstehe Wohnraum, der auch für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen bezahlbar bleibe.

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Tim Saynisch
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