Im Wintersemester geht es zunächst in Ungarn los

Viele Bewerbungen für neues Medizinstudium in Kaiserslautern

Im Wintersemester geht es los: Dann starten die ersten Medizin-Studenten, die in Budapest und in Kaiserslautern studieren werden. Das Interesse daran ist groß.

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Von Autor/in Sebastian Stollhof

Thorsten Hemmer ist zufrieden. "Es war ein spannendes Verfahren. Wir haben viele Bewerbungen erhalten", sagt der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums. Bis Ende Juni konnte man sich für das Wintersemster und damit den Start einer Kooperation bewerben.

Die sieht folgendermaßen aus: Die Medizin-Studierenden werden die Hälfte ihres Studiums an der Semmelweis Universität in Budapest und den anderen Teil in Kaiserslautern absolvieren. "Wir konnten alle 40 Plätze, die dafür vorgesehen waren, besetzen", erzählt Hemmer.

Drei Jahre Budapest, dann Studium in Kaiserslautern

Zunächst läuft das Studium für drei Jahre in Budapest. Dann sollen drei Jahre in Kaiserslautern folgen. Da wird es dann vor allen Dingen um Praxis-Inhalte gehen. "Wir freuen uns schon darauf, die Studierenden in Kaiserslautern begrüßen zu können", sagt der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums im Gespräch mit dem SWR.

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Unter den Studierenden sind nach seinen Angaben junge Menschen aus der Region. "Das war ja genau unser Ziel", so Hemmer. Aber es seien auch Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland im Auswahlverfahren gewesen.

Westpfalz-Klinikum will attraktiv für junge Leute sein

Der Geschäftsführer des Krankenhauses hofft, dass den jungen Menschen das Studium in Kaiserslautern so gut gefällt, dass sie im Anschluss als Mediziner in der Westpfalz bleiben. "Für uns ist das ein absolutes Leuchtturm-Projekt."

Doch bis das in Kaiserslautern starten kann, ist in den nächsten drei Jahren noch einiges zu tun. Ziel ist es, dass für die so genannte Medical School auf dem Pfaff-Gelände ein Campus entsteht. "Dort sollen die Berufe des Gesundheitswesens und des Medizinstudiums gemeinsam abgebildet werden", beschreibt es der Geschäftsführer. Heißt: Azubis des Westpfalz-Klinikums und Studierende sollen dort gemeinsam lernen.

Studierende und Azubis sollen in speziellen Räumen trainieren

"Gemeinsam" ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Herzstück des Campus soll nämlich ein so genanntes Skills Lab sein. "Das ist ein Bereich, in dem man in einem echten Umfeld einen Operationssaal hat, eine Intensivstation, eine normale Station und kann dann an den Geräten aus diesen Bereichen trainieren. Medizin, Pflege und andere Bereiche des Gesundheitswesens können dann hier sozusagen im Echtbetrieb gemeinsam üben", erläutert der Geschäftsführer.

Neben dem Studium soll auch die Forschung in Kooperation mit der ungarischen Universität ein großer Teil des Projekts sein. Am Ende haben die Studierenden dann einen Abschluss der ungarischen Semmelweis Universität. Damit sind sie auch in Deutschland anerkannte Ärztinnen und Ärzte und können hier praktizieren. Das Studium wird auf Deutsch sein.

Kein Numerus Clausus für Medizinstudium

Kooperationspartner für das Privatstudium, für das kein Numerus Clausus - also eine Zulassungsbeschränkung - notwendig ist, sind das Westpfalz-Klinikum, die Semmelweis Universität, das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, die Stadt Kaiserslautern, der Donnersbergkreis und der Landkreis Kusel. Für das Studium vergibt die Initiative "Ärzte für die Westpfalz" auch Stipendien.

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Für die Planungen der Bauarbeiten in Kaiserslautern läuft nach Angaben des Westpfalz-Klinikum-Geschäftsführers das Verfahren. "Wir wollen den Campus gemeinsam mit einem Investor errichten", sagt Hemmer. Er hofft, dass dies im zweiten Halbjahr geklärt und dann im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten gestartet werden kann. "Wir müssen als Krankenhaus attraktiv sein und wollen den jungen Menschen zeigen, wie schön die Berufe im Gesundheitswesen sind", so Hemmer.

Mehr als 500 Menschen sollen auf dem Medizin-Campus lernen

Dafür werde eine moderne Ausstattung gebraucht. 500 bis 700 Menschen sollen dann einmal auf dem Campus auf dem Pfaff-Gelände zusammenkommen und lernen. Thorsten Hemmer ist davon überzeugt: In Zusammenarbeit mit den Forschungsinstituten werde das ein Gewinn für den Wissenschaftsstandort Kaiserslautern.

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Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof