Die ersten Bände bekam der 62-Jährige aus Ariendorf im Landkreis Neuwied geschenkt. Ans Sammeln dachte er damals noch gar nicht. Gerade während seiner Lehre als Binnenschiffer, aber auch danach, vertrieb er sich durch das Lesen der "Lustigen Taschenbücher" die Zeit: "Damals gab es kein Internet und die Fernsehverbindungen waren noch sehr schlecht. Da konnte man nur lesen oder saufen."
Das Lustige Taschenbuch wird zum Sammelobjekt
Lothar Frömbgen entschied sich für Ersteres. Aus purer Leidenschaft entstand seine Sammlung jedoch nicht, es fiel ihm lediglich schwer, sich von Dingen zu trennen, wie er sagt. Mit der Zeit fing er an, fehlende Bände nachzukaufen und stockte so seine Sammlung nach und nach auf.
Wenn ich unten angekommen bin, fange ich wieder von oben an zu lesen.
Heute stehen die Taschenbücher ordentlich sortiert in seinem Regal und sind für ihn dort auch nicht mehr wegzudenken. Gelesen werden sie immer noch - und das in chronologischer Reihenfolge. Der Sammler beschreibt: "Wenn ich unten angekommen bin, fange ich wieder von oben an zu lesen."
Entenhausen als Spiegel der Zeit
Beim Lesen fällt ihm immer wieder auf, dass sich Entenhausen seit der ersten Ausgabe stark verändert habe. Das sehe man auch an den Comics, deren Geschichten teilweise wie ein Spiegel der Gesellschaft funktionierten. Die dargestellte Welt in den früheren Ausgaben kommt ihm deutlich unbeschwerter vor. Die Unterschiede sehe er besonders in den Sonderausgaben, wie zu den Olympischen Spielen, die ihm in früheren Ausgaben fröhlicher und offener erscheinen.
Donald Duck ist sein Held
Die Lieblingsfigur des Sammlers ist Donald Duck. Er bewundert den ewigen Pechvogel dafür, dass er nie den Mut verliert und trotz all der Steine in seinem Weg, "abends immer noch lächeln kann." Die Mischung aus Humor und Durchhaltevermögen macht die Figur für ihn so sympathisch und begleitet Lothar Frömbgen schon seit Jahrzehnten durchs Leben.
Das Abo werden irgendwann meine Erben kündigen müssen.
Einen Lieblingsband von das "Lustige Taschenbuch" hat der 62-Jährige allerdings nicht. "Wenn ich auf eine einsame Insel müsste, wüsste ich nicht, welches von den Büchern ich mitnehmen sollte", lacht er. Wenn es hart auf hart käme, würde er blind in sein Regal greifen und die Ausgabe dann einpacken, erzählt er uns im Interview.
Aufhören kommt nicht in Frage
Früher ging er mit einer Liste mit den fehlenden Exemplaren zu den verschiedenen Zeitungsgeschäften, um sie zu ergattern. Rund 5 Mark kosteten die Bücher damals noch, mittlerweile liegt ein Band bei 7 Euro. "Als dann irgendeiner das Internet erfunden hat, wurde es etwas einfacher, die fehlenden Dinger zu kriegen", meint der Sammler lachend.
Heute hat Lothar Frömbgen ein Abonnement und bekommt die neuen Ausgaben per Post zugeschickt. Ob er die Taschenbücher auch noch bis zur 700. Ausgabe sammeln wird? "Das Abo werden irgendwann meine Erben kündigen müssen", sagt er und beantwortet damit wohl auch diese Frage.