Stolz steht der 11-jährige Lucas vor dem Kleiderschrank und übt seine Büttenrede, als wäre es das normalste der Welt. Man merkt, er ist voll in seinem Element. Vor seinem ersten Auftritt am Sonntag vor großem Publikum hat er trotzdem ein bisschen Respekt: "Am Anfang bin ich immer ein bisschen nervös, aber wenn ich dann tanze oder wie dieses Jahr eine Rede vortrage, dann geht es eigentlich wieder".
Mutter Andrea ist noch aufgeregter als ihr Sohn
Auch Andrea Nöthen fiebert natürlich mit ihrem Sohn mit: "Ich glaube, ich bin nervöser als mein Sohn und mir geht echt die Pumpe vorher", sagt sie. Natürlich habe sie ihren Sohn schon bei Proben gesehen. Da habe er immerhin vor 20 Leuten den Text seiner ersten Büttenrede aufgeführt. "Der macht das eigentlich sehr souverän", sagt Mama Andrea stolz.
Ich glaube, ich bin nervöser als mein Sohn.
Seit Oktober übt Lucas schon die Rede - entweder im Schlafzimmer seiner Eltern oder in seinem Kinderzimmer. Dafür steigt er dann auch auf sein "Schängel-Podest", das ist eine Kiste mit seinem Namen. Seine Eltern waren in dieser Zeit sein Publikum. Und die beiden können auch darüber lachen, dass Lucas sie in seiner Rede aufs Korn nimmt - etwa mit kleinen Spitzen gegen seine Mama: "Reden tut bei uns eigentlich nur meine Mutter, darum heißt es ja auch Muttersprache, weil Mutter redet und kein anderer zu Wort kommt".
Lucas ist Karnevalist durch und durch
Lucas ist Karnevalist durch und durch: Seit er zwei Jahre alt ist, ist er beim Rosenmontagsumzug in Koblenz mit dabei. Zuerst auf dem Arm von Mama Andrea. Seitdem er vier ist, läuft er selbst beim Umzug mit. Dass er selbst mal Büttenredner werden würde, war daher nur eine Frage der Zeit.
Mir macht es einfach Spaß, Leute zu veräppeln.
"Mir macht es einfach Spaß, Leute zu veräppeln", sagt er und lächelt verschmitzt. Er habe das einfach mal ausprobieren wollen und sich dann jemanden gesucht, der ihm eine Rede schreibt, erzählt er ganz cool. "Und jetzt habe ich meinen ersten Auftritt".