Erstmals gehen beim Deutschen Kita-Preis sowohl Platz Eins als auch Platz Zwei an Einrichtungen aus Rheinland-Pfalz: Die Inklusive Kita Unkel und die Kita St. Nikolaus in Kirchen (Sieg). Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend in Berlin statt. Insgesamt hatten sich rund 600 Kitas und Bündnisse aus ganz Deutschland beworben.
Was die inklusive Kita in Unkel so besonders macht
"Kita des Jahres 2025" ist die Inklusive Kita Unkel aus dem Kreis Neuwied. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Konzept und erhält 25.000 Euro Preisgeld. Besonders hob die Jury hervor, wie selbstverständlich Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam betreut werden. "Für alle wird ein Weg gefunden, der Teilhabe möglich macht, auch bei Kindern mit höchst individuellem Unterstützungsbedarf", heißt es in der Begründung der Jury.
Spezielle Schulungen und Therapiehunde
Auch Kinder mit chronischen Erkrankungen können in der Kita Unkel dank spezieller Schulungen und eines Therapiehundes am Kita-Alltag, Waldtagen und Ausflügen teilnehmen. Therapeutisches Fachpersonal arbeitet eng mit dem Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum Neuwied zusammen. So kann früh erkannt werden, ob Kinder einen Förderbedarf haben. Behandlungen können direkt im Alltag der Kinder in der Kita stattfinden.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass unsere Arbeit so wertgeschätzt wird.
Vertreterinnen und Vertreter der Inklusiven Kita Unkel haben den Preis in Berlin persönlich entgegen genommen. Kita-Leiterin Claudia Gries sagte nach der Verleihung: "Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, dass die Arbeit, die wir leisten, wirklich so wertgeschätzt wird."
Kita aus Kirchen auf Platz Zwei
Der zweite Platz geht ebenfalls nach Rheinland-Pfalz - an die Kita St. Nikolaus aus Kirchen an der Sieg. Besonders überzeugt hat die Jury, wie engagiert das Team die Kinderrechte in den Kita-Alltag übersetzt. Im sogenannten "Mäuseparlament" entscheiden die Kinder mit - etwa über die Gestaltung von Räumen, den Speiseplan oder Projektideen. Eine Kinderverfassung listet verbindliche Regeln zwischen Kindern, Fachkräften und Familien auf.
Die Kita in Kirchen ist zudem stark vernetzt: Sie arbeitet eng mit einem Familienzentrum und einer Kita-Sozialarbeiterin zusammen. So kann sie Familien passgenau unterstützen. Auch digitale Medien gehören selbstverständlich zum Alltag. Kinder recherchieren mit Tablets und lernen gemeinsam mit den Fachkräften, digitale Werkzeuge sinnvoll zu nutzen. Die Kita aus Kirchen erhält ein Preisgeld von 15.000 Euro.
Wir sind sehr stolz auf diese Gemeinschaftsleistung von Team, Familien und Kita-Träger.
Die Kita St. Nikolaus ist mit dem fast kompletten Team zur Preisverleihung in Berlin gereist. Die Freude über die Auszeichnung ist groß: "Es ist einfach wunderbar, dass wir das wirklich als Gemeinschaftsleistung zwischen Team, Familien und Kita-Träger geschafft haben. Wir sind richtig, richtig glücklich über diesen Preis", sagte Kita-Leiterin Andrea Braun.
Feierliche Preisverleihung in Berlin
Der Deutsche Kita-Preis wird jährlich vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) zusammen mit weiteren Partnern vergeben. Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend im festlichen Rahmen in Berlin statt. Vertreterinnen und Vertreter der Kitas aus Unkel und Kirchen (Sieg) nahmen die Preise persönlich entgegen.