Bei den Gülser Seemöwen tanzen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in mehreren Gruppen. Allein in der Nachwuchsgruppe "Sternchen" trainieren rund 30 Kinder. Die Nachfrage ist so groß, dass es für mehrere Gruppen jahrelange Wartelisten gibt. Trainerin Nicole Flick sagt: Eltern müssten ihre Töchter in manchen Gruppen am besten schon kurz nach der Geburt anmelden, um einen Platz zu bekommen.
Der große Zulauf ist für Flick das Ergebnis mehrerer Faktoren. Der Verein setze früh beim Nachwuchs an, viele Kinder blieben lange dabei. Gleichzeitig werde das Ehrenamt gemeinsam getragen.
Begeisterung für Karneval in der ganzen Familie
Wie Karneval in Güls oft von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird, zeigt das Beispiel von Miriam und ihrer Mutter Sarah. Miriam tanzt seit einigen Jahren bei den Seemöwen. Über ihre Tochter ist auch Sarah zum Verein gekommen und inzwischen selbst aktiv im Karneval.
Für Sarah sei der Zusammenhalt im Verein besonders schön. Man sehe sich nicht nur während der Session, sondern auch darüber hinaus regelmäßig - beim Training und bei verschiedenen Vereinsaktivitäten. Und auch für Tochter Miriam ist das regelmäßige Treffen von ihren Freundinnen während der Trainings etwas tolles.
Erfolgsrezept: Ehrenamt braucht heute viele Hände
Dass das Ehrenamt bei den Gülser Seemöwen so gut funktioniert, liegt für Trainerin Nicole Flick vor allem daran, dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird. Aufgaben, die früher eine Person übernommen habe, müssten heute mehrere gemeinsam stemmen. Der Alltag sei für viele stressiger geworden, sagt sie. Umso wichtiger sei ein Team, das zusammenhält und Verantwortung teilt.
Neben den Tänzerinnen auf der Bühne gibt es viele Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Sie organisieren, nähen Kostüme, bereiten Auftritte vor oder unterstützen beim Training. Ohne dieses Engagement wäre Karneval im Verein nicht möglich.
Wie Nicole Flick ihr Ehrenamt unter einen Hut bekommt
Nicole Flick trainiert im Verein mehrere Gruppen und ist Präsidentin der Gülser Seemöwen. Das bedeutet viele Abende und Wochenenden die unter dem Stern des Karnevals stehen. Möglich sei das aber nur, weil sie Rückhalt habe - in der Familie und im Beruf. Diese Unterstützung sei wichtig, um das Ehrenamt langfristig leisten zu können.