Keine Diskussion möglich

Frust nach Infoabend zu Windkraft in Birken-Honigsessen

In Birken-Honigsessen im Kreis Altenkirchen sollen sechs Windkraftanlagen gebaut werden. Darüber haben die Planer am Dienstabend informiert. Der Ablauf der Veranstaltung stieß jedoch auf Kritik.

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Von Autor/in Christoph Bröder

Das Interesse an der Infoveranstaltung im Pfarrhaus in Birken-Honigsessen war groß. Rund 300 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, da reichten nicht mal die Sitzplätze für alle. Eingeladen hatten die Westerwald/Sieg-Energie GmbH und die EAM, die gemeinsam den Windpark im Wald bei Birken-Honigsessen planen. Die EAM unterstützt eigener Auskunft nach Kommunen und Bürger bei der Planung und Umsetzung von Windenergieprojekten.

Die Planungen stehen zwar noch am Anfang, schon jetzt gibt es aber Kritik an dem Projekt, unter anderem durch die neu gegründete "Bürgerinitiative Wippetal". Die Initiative kritisiert unter anderem, dass für den Windpark mehrere Hektar Wald gefällt werden müssten. Und dass Lebensräume von Tieren wie dem Rotmilan oder dem Schwarzstorch zerstört würden.

Keine Fragen während des Vortrags möglich

Rund eineinhalb Stunden haben Mitarbeiter der beiden Unternehmen die Bürgerinnen und Bürger über die Pläne informiert. Etwa darüber, wo genau die Anlagen gebaut werden sollen, dass sie rund 250 Meter groß werden und dass etwa ein Hektar Wald pro Windkraftanlage gefällt werden muss.

Während dieses Vortrags waren keine Fragen aus dem Publikum vorgesehen. Ein Austausch sei im Anschluss möglich, hieß es. Jedoch fand dieser Austausch dann nicht mit allen Teilnehmern im ganzen Saal statt. Sondern die Bürgerinnen und Bürger sollten sich auf mehrere Infostände im Saal verteilen, um dort ihre Fragen zu stellen.

Viele Leute gingen schnell nachhause

Einige Leute gingen auch zu den Infoständen, viele verließen aber schnell die Veranstaltung. Dass es keine öffentliche Diskussion im ganzen Plenum gab, verärgerte einige der Teilnehmer. "Das ist eine Frechheit – es war als Bürgerveranstaltung angekündigt, wir durften aber nichts zu den Plänen sagen", kritisierte etwa Wolfgang Pohontsch aus Hecke. "An den Infoständen wurde unsere Kritik auch gar nicht dokumentiert", ergänzte ein anderer Teilnehmer, der anonym bleiben möchte.

Damit waren die beiden nicht allein. Mehrere Leute machten auch gegenüber den Veranstaltern ihrem Ärger Luft. "Wir wollten den Leuten das Wort nicht entziehen, ich weiß, dass es teilweise so rüberkam", sagte Fred Jüngerich von der Westerwald/Sieg-Energie GmbH nach der Veranstaltung. Jüngerich ist auch Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld.

Die Idee sei gewesen, dass die Menschen ihre Fragen zu Themen wie Artenschutz an den Infoständen stellen konnten. "Jetzt müssen wir zeitnah eine zweite Veranstaltung planen, wo die Menschen dann offen diskutieren können", erklärte Jüngerich.

Windkraft-Projekt steht noch ganz am Anfang

Die Planungen für den Windpark bei Birken-Honigsessen stehen laut Veranstaltern noch ganz am Anfang. Das Gebiet sei als Vorrangfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen, jetzt müssten aber noch einige Gutachten in Auftrag gegeben werden. Der Bau der Anlagen sei somit noch gar nicht genehmigt. Die Westerwald/Sieg-Energie GmbH und die EAM planen derzeit den Windpark 2031 in Betrieb nehmen zu können.

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