Langes Warten auf Fördermittel

Hitze im Klassenzimmer - Vallendar kann Grundschule aber nicht sanieren

35 Grad im Unterricht - das ist in der Grundschule Vallendar immer öfter Realität. Die Schule müsste dringend saniert werden, um sich gegen die Hitze zu wappnen. Doch das Geld fehlt.

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Von Autor/in Martina Gonser

Wenn in der Grundschule in Vallendar bei Koblenz bei den Schülern und Lehrern die Köpfe glühen, dann hat das nicht nur was mit nachdenken zu tun. Es ist ihnen schlichtweg zu heiß. Die Klassenräume auf der Ost- und Südseite der 60 Jahre alten Schule können sich bis auf 35 Grad aufwärmen und die Tage, an denen das der Fall ist, werden immer häufiger. Seit zwei Jahren versucht die Stadt als Schulträger, die Situation zu verbessern. Bislang erfolglos.

An den richtig heißen Tagen (...) ist tatsächlich ab elf Uhr kein Unterricht mehr möglich.

Sitzen und Schwitzen in der Grundschule in Vallendar

Zwar gibt es an den Fenstern der Vallendarer Grundschule Sonnensegel und Jalousien. Die hielten die Hitze aber kaum ab, sagt der stellvertretende Schulleiter Simon Smart. Im Gegenteil, die Hitze staue sich in den Räumen. Bei bis zu 35 Grad Außentemperatur sei es drinnen wie in der Sauna. "An den richtig heißen Tagen, wenn die Sonne schon den ganzen Tag drauf steht, ist tatsächlich ab elf Uhr kein Unterricht mehr möglich", sagt er.

Außenansicht der Grundschule Vallendar - sie benötigt dringend neue Fenster für mehr Hitzeschutz.
Das Grundschulgebäude in Vallendar müsste eigentlich für etwa 5,6 Millionen Euro saniert werden.

Es ärgert mich massiv, dass ich erst nach acht Monaten gesagt bekomme, dass bei der Einreichung des Förderantrages etwas fehlt.

Generalsanierung scheitert an Bearbeitungszeit des Förderantrags

Um die Situation zu verbessern, beschloss der Vallendarer Stadtrat eine Generalsanierung der Schule. Sie sollte rund 5,7 Millionen Euro kosten. Geld, das die Stadt nicht hat. In einer Mitteilung der Verwaltung heißt es, die Stadt darf bei der schlechten Haushaltslage keine neuen Schulden in diesem hohen Umfang machen. Deshalb stellte sie bei der zuständigen Schulbehörde einen Förderantrag. Das war vor zwei Jahren.

"Es ärgert mich massiv, dass ich erst nach acht Monaten gesagt bekomme, dass bei der Einreichung des Förderantrages etwas fehlt. Wir haben nach vier Wochen Unterlagen nachgereicht und dann zwei Jahre lang nichts gehört", sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Heitmann (SPD). Deshalb habe der Rat die Reißleine ziehen müssen, denn ohne Fördermittel könne die Stadt das Millionenprojekt nicht finanzieren.

Auch auf neue Fenster wird gewartet

Weil die Zusage ausblieb, entschied sich die Stadt dafür, wenigstens die maroden Fenster durch neue mit Dreifachverglasung zu ersetzen. Die Kosten dafür: 1,8 Millionen Euro. Eigentlich sollten die Fenster in diesem Jahr ausgetauscht werden, doch auch das klappt nicht.

"Auch hier gibt es Verzögerungen, die die Schulbehörde zu verantworten hat", sagt Stadtbürgermeister Heitmann. Er ist empört darüber, wie sich die Bearbeitung des Förderantrages in die Länge gezogen hat. Deshalb könnten die Fenster laut Heitmann vor Mitte nächsten Jahres nicht erneuert werden.

Schulbehörde räumt zähen Bewilligungsprozess ein

Die zuständige Schulbehörde, die ADD in Trier, räumt auf SWR-Anfrage den zähen Prozess ein. Allerdings seien Förderverfahren im Schulbau immer langwierig und die Behörde habe viele solcher Anträge zu bearbeiten.

Mobile Klimageräte sollen vorerst für Abkühlung sorgen

Es brauchte also eine andere Lösung für das Hitze-Problem in der Grundschule Vallendar: Weil sich Eltern und Lehrer immer wieder beschwerten, drängte der Stadtrat nach Angaben der Verwaltung auf eine vorübergehende und provisorische Lösung, die sich noch in diesem Sommer realisieren lässt.

Jetzt sollen in der Schule vorerst sieben mobile Klimageräte aufgestellt werden, die die Stadt Ende Juni mieten möchte. Sie sollen in den Hitzemonaten in den besonders betroffenen Unterrichtsräumen für Abkühlung sorgen.

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