Klima-Projekt in der Moselweißer Straße

Wie das Rauental in Koblenz zum Vorbild für klimaangepasstes Bauen werden soll

Die Stadt Koblenz will mit einem Bauprojekt im Rauental herausfinden, wie sie besser mit Hitze und Starkregen umgehen kann. Dabei spielen Wasserspeicher für Bäume eine große Rolle.

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Von Autor/in Christina Nover

Die Gegend rund um die St. Elisabeth-Kirche im Koblenzer Stadtteil Rauental gehörte in den vergangenen Sommern zu den heißesten Orten in der Stadt - kein Wunder bei wenig Grün und viel versiegelter Fläche. Doch das soll sich ändern: Bis Ende des Jahres soll aus dem Vorplatz der Kirche sowie der angrenzenden Moselweißer Straße ein Vorbild in Sachen klimaangepasstem Bauen werden.

Zisterne im Boden unter dem Vorplatz vor der St.-Elisabeth-Kirche in Koblenz Rauental
In den Boden vor der Kirche wurde bereits eine Zisterne eingelassen - hier soll Wasser gespeichert werden.

Unter anderem wird der Vorplatz der Kirche komplett umgestaltet mit einer im Boden eingelassenen Zisterne. Außerdem werden am Straßenrand der stark befahrenen Moselweißer Straße auch acht neue Bäume gepflanzt. Das Besondere an diesen Bäumen sind die Wasserspeicher, mit denen ein Großteil versehen wird - sogenannte Rigolen. Diese Speicher sollen dafür sorgen, dass die Bäume im Sommer nicht zusätzlich gegossen werden müssen.

Hochschule Koblenz wertet Messdaten von Bäumen aus

Ob der Plan aufgeht, ist aber nicht sicher. Daher ist bei dem Projekt auch die Hochschule Koblenz mit im Boot. Sie wertet nach Angaben des zuständigen Landschaftsarchitekten Rainer Kronenberg die Daten von Messgeräten aus, die die Wasserzufuhr der Bäume überwachen: "Wir wollen testen, welche Systeme sich in Zukunft für die Stadt eignen, auch in extrem engen, extrem heißen Straßenräumen beste Lebensqualität für den Baum zu schaffen".

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Wie Kronenberg berichtet, führt mittlerweile kein Weg mehr am klimaangepassten Bauen vorbei: "Jeder merkt es doch im Sommer, dass es kaum mehr auszuhalten ist in der Stadt." Bäume seien aber nicht nur effektive Schattenspender, sondern auch Luftbefeuchter - wenn sie genug Wasser bekommen.

Bäume sollen Insekten anlocken

Die acht neuen Bäume, die in der Moselweißer Straße gepflanzt werden, wurden speziell ausgesucht. Es handelt sich um die aus Amerika stammende Art "Gleditsia triacanthos", die sowohl mit heißen Sommern wie kalten Wintern gut klarkommen soll. Ihre Blüten sollen zudem Insekten eine Futterquelle bieten.

Bauplatz vor der St.-Elisabeth-Kirche in Koblenz-Rauental
Die Arbeiten vor der St.-Elisabeth-Kirche in Koblenz-Rauental laufen bereits auf Hochtouren. Das Projekt wird von der Hochschule und der Uni Koblenz begleitet.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der Vorplatz der Kirche bis Spätsommer fertig sein und die Arbeiten an der Straße bis zum Ende des Jahres. Das ganze Projekt kostet nach Angaben der Stadt Koblenz rund 1,1 Millionen Euro - 850.000 Euro davon kommen vom Bund. Ziel ist es laut Stadt, die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse auf andere Stadtteile übertragen zu können.

Auswirkungen des Klimawandels auf Koblenz

Bei dem Projekt "Klimaresilente Verkehrsraum- und Quartiersentwicklung Koblenz-Rauental" geht es nicht nur um das Thema Hitze, sondern auch die Verbesserung des Regenwassermanagements in der Stadt - Stichwort "Schwammstadt". Aus Sicht des Koblenzer Oberbürgermeister David Langer (SPD), muss sich Koblenz zügig auf die veränderten Bedingungen durch den Klimawandel einstellen, nicht nur auf mehr heiße Tage, sondern auch auf immer mehr Starkregen: "Es geht darum, wie wir mit den Folgen des Klimawandels - die wir einfach nicht mehr verhindern können - umgehen."

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