Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat haben am Mittwoch in Koblenz über eine Betriebsversammlung am Dienstag informiert. Dazu seien etwa 750 Canyon-Beschäftigte gekommen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Robert Brückner.
Bis zu 320 von 1.600 Mitarbeitenden betroffen Koblenzer Fahrradhersteller Canyon baut hunderte Stellen ab
Der Koblenzer Fahrradhersteller Canyon will von insgesamt 1.600 Stellen bis zu 320 abbauen. Der Betriebsrat ist schon informiert und hat die Gespräche aufgenommen.
Viele Canyon-Mitarbeitende hätten weiterhin große Ängste und Sorgen. Er habe aber auch wahrgenommen, dass die meisten den ersten großen Schock überwunden hätten und gemeinsam daran arbeiten wollten, den Koblenzer Fahrradhersteller wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.
Canyon-Gründer will betriebsbedingte Kündigungen verhindern
Auch der Canyon-Gründer und Vorstandsvorsitzende Roman Arnold sei bei der Betriebsversammlung dabei gewesen, berichtete der Betriebsratvorsitzende. Arnold habe mehrmals betont, dass er betriebsbedingte Kündigungen verhindern wolle.
Rolle von Hauptanteilseigner GBL ist unklar
Wie ein sozial verträglicher Stellenabbau in der Praxis aussehen kann, ist laut dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall, Ali Yener, aber noch unklar: "Es sind noch viele Fragen offen."
Geklärt werden müsse vor allem die Rolle der belgischen Investmentholding Groupe Bruxelles Lambert (GBL). Sie hält rund 51,3 Prozent der Anteile des Fahrradherstellers und habe somit den größten Einfluss. Bislang habe es noch keine Gespräche mit GBL gegeben, sagt Yener.
"Canyon ist ein wichtiger Arbeitgeber und international bekannt. Das soll auch so bleiben."
Canyon habe Probleme, weil der Fahrradmarkt gesättigt sei, so Ali Yener. Deshalb müsse jetzt geprüft werden, wie etwa Prozesse verbessert werden können.
Canyon soll wieder zukunftssicher werden
Das Ziel sei, den Koblenzer Fahrradhersteller gemeinsam mit dem Management und den MItarbeitenden wieder wettbewerbsfähig zu machen, so der Gewerkschafter. Und Canyon nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen: "Canyon ist ein wichtiger Arbeitgeber und international bekannt. Das soll auch so bleiben."