Ordensgemeinschaft würdigt verstorbenes Kirchenoberhaupt

Arenberger Dominikanerinnen: "Franziskus war ein Papst der Herzen"

Der Tod von Papst Franziskus hat viele Menschen weltweit berührt. Die Nachricht erreichte die 45 Schwestern im Kloster Arenberg in Koblenz mitten in ihrer Messe am Ostermontag.

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Von Autor/in Kathrin Freisberg

Papst Franziskus sei zwar sehr krank gewesen, sagt Schwester Ursula Hertewich, trotzdem sei die Nachricht von seinem Tod am Ostermontag unerwartet gekommen. Vor allem, weil er sich am Tag zuvor bei der Messe am Ostersonntag in Rom gezeigt habe und den Segen "Urbi et Orbi" gesprochen habe.

Ostermontag war ein guter Tag, um in die Ewigkeit einzugehen.

Sie sei zuerst sehr traurig gewesen und habe geweint, so Schwester Ursula weiter. Etwas später sei aber auch Dankbarkeit dazu gekommen: "Dieser Papst hat so viele beeindruckende Zeichen gesetzt. Und ich muss sagen, es passt zu ihm, dass er an Ostern sterben dufte. Es war ein guter Tag, um in die Ewigkeit einzugehen."

Auch Schwester Scholastika Jurt trauert und ist erleichtert zugleich: "Ich bin dankbar, dass er sterben durfte und nicht mit Medikamenten irgendwie am Leben erhalten wurde. Die letzten Wochen ging es ihm ja wirklich nicht gut."

Drei Ordensschwestern lächeln in Kamera
Schwester Scholastika Jurt, Schwester Clarita Born und Schwester Ursula Hertewich leben im Kloster Arenberg in Koblenz. Für sie war Papst Franziksus ein "Papst der Herzen".

Bei Schwester Clarita Born überwiegt noch die Trauer. Papst Franziskus sei der einzige Papst gewesen, den sie sehr bewusst erlebt habe und der sie während ihrer gesamten Jugend begleitet habe.

Arenberger Schwestern haben schöne Erinnerungen an Begegnungen mit Papst Franziskus

Gerne erinnere sie sich an verschiedene Gelegenheiten, bei denen sie Franziskus live erleben konnte, etwa 2016 beim Weltjugendtag in Krakau: "Ich war dort auf dem Feld mit Millionen Jugendlichen. Er war ganz weit hinten, aber er war da. Die ganze Menge hat gejubelt und es herrschte eine sehr besondere Stimmung."

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Die drei Dominikanerinnen sind sich einig, dass Papst Franziskus mit seiner bescheidenen und einfachen Art die Menschen erreichte: "Er hat immer wieder die Armen in den Mittelpunkt gestellt. Mit seiner Einfachheit hat er wichtige Zeichen gesetzt. Er war ein Papst der Herzen." Außerdem habe er wichtige Reformen auf den Weg gebracht, etwa indem er die Rechte von Laien in der katholischen Kirche stärkte.

Papst Franziskus hat Klimaschutz in der katholischen Kirche vorangetrieben

Er habe auch das Thema Klimaschutz vorangetrieben, betont Schwester Clarita: "In einem Apostolischen Schreiben hat er sehr deutliche Worte gefunden, dass dieses Problem ernst ist und dass die Kirche es auch ernst nehmen muss."

Bei einem Thema sei sie oft enttäuscht gewesen, so Schwester Ursula: "Die Frauenfrage war nicht seine absolute Kernkompetenz. Da wäre nach meinem Geschmack noch viel mehr gegangen." Dieser Meinung ist auch Schwester Scholastika. Auch sie habe sich gewünscht, dass Papst Franziskus die Gleichwertigkeit von Mann und Frau in der katholischen Kirche stärker forciert hätte.

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Arenberger Dominikanerinnen wünschen sich weitere Reformen

Sie würde es begrüßen, wenn das das Priesteramt auch für Frauen zugänglich gemacht werde: "Ich kann mir vorstellen, dass Frauen genauso gut wie Männer das Wort Gottes auslegen können, genauso gut Eucharistie feiern können und die Sakramente spenden können."

Die nächsten Tage und Wochen werden die Arenberger Dominikanerinnen auf jeden Fall gespannt nach Rom blicken, wenn dort ein Nachfolger gewählt wird. Sie hoffen, dass auch der neue Papst offen sein wird, weitere Reformen in der katholischen Kirche anzustoßen.

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