DNA-Spur war ausschlaggebend

Mord an Amy Lopez: Verurteilter Sexualstraftäter steht unter Verdacht

Die US-Touristin Amy Lopez ist vor 31 Jahren mutmaßlich von einem bereits verurteilten Sexualstraftäter getötet worden. Nach Angaben der Ermittler kamen sie ihm mit einer neuen DNA-Probe auf die Spur.

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Von Autor/in Pia Nicoley, Sarah Mauer

Nach der Festnahme am Montag hat die Staatsanwaltschaft Koblenz jetzt weitere Details zu dem Verdächtigen bekannt gegeben, der Amy Lopez vor fast 32 Jahren getötet haben soll. In einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler, der Tatverdächtige sei am Montag an seinem Wohnort, einer Altenpflegeeinrichtung, festgenommen worden.

Verdächtiger ist bereits wegen Sexualstraftaten verurteilt

Es handele sich um einen 81 Jahre alten Deutschen aus dem Raum Koblenz, der auch zur Tatzeit schon dort gelebt habe. Er sei bereits 1999 für eine versuchte Sexualstraftat an einer 16-Jährigen in Koblenz verurteilt worden, sowie wegen weiterer Straftaten. Es handelt sich nach Angaben der Ermittler aber nicht um den Mann, der in den 1990er Jahren mit einem Phantombild gesucht worden war.

Der Festgenomme habe aber bereits bei den Ermittlungen in den 1990er Jahren zum Kreis der Verdächtigen gehört. Unter anderem hatte die Polizei nach eigenen Angaben damals sein Alibi überprüft und eine DNA-Probe von ihm genommen. Eine Übereinstimmung konnten die Ermittler aber nicht nachweisen. Damals habe es noch nicht die entsprechenden kriminaltechnischen Möglichkeiten gegeben, um eine Vergleichsspur zu erhalten, so Oberstaatsanwalt Mannweiler.

Neue DNA-Spuren brachten entscheidenden Hinweis

Erst 2022 sei es dem Hessische Landeskriminalamt gelungen, neue DNA-Spuren an den Asservaten zu finden. Unter anderem wurde die Jeans von Amy Lopez untersucht, die ihr der Täter – so glauben die Ermittler – ausgezogen hatte. Auf der linken Seite der Hose fand sich demnach fremde DNA. Trotzdem habe es zunächst keinen Treffer in der DNA-Datenbank gegeben. Denn die Probe des Tatverdächtigen aus dem Jahr 1999 sei bereits aus Datenschutzgründen gelöscht worden. Eine Übereinstimmung gab es demnach erst, als er erneut eine freiwillige Speichelprobe abgegeben hatte.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben von Mord aus und nennt als Mordmerkmale Befriedigung des Geschlechtstriebs und Heimtücke. Sie behalte aber auch das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe im Blick.

Der Sexualmord mag lange zurückliegen, aber der Fall hat sich in das Gedächtnis der Menschen in der Region eingebrannt.

Dem Festgenommenen wird vorgeworfen, die damals 24-jährige Amy Lopez vergewaltigt und getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er die junge Frau stranguliert, mit einem Stein gegen ihren Kopf geschlagen und mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Die persönlichen Gegenstände von Amy Lopez, die der Täter mutmaßlich nach der Tat mitgenommen hatte, konnten nach Angaben des Oberstaatsanwalts nicht bei dem Tatverdächtigen gefunden werden.

Tatverdächtiger hat sich bislang nicht geäußert

Oberstaatsanwalt Mannweiler erklärte, der Mann habe sich zur Sache bislang nicht eingelassen - er habe die Tötung von Amy Lopez weder bestritten noch gestanden. Er sitzt den Angaben zufolge jetzt in Untersuchungshaft. Er sei in einer Justizvollzugsanstalt altersgerecht untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hält ihn seinem Alter entsprechend für fit, sowohl geistig als auch körperlich.

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Festnahme bedeutet große Erleichterung für Angehörige

Im Gespräch mit dem SWR zeigte sich der Vater von Amy Lopez am Dienstag erleichtert. Die Festnahme sei eine gute Nachricht, sagte er und lobte die Polizeiarbeit. Er hoffe aber noch auf weitere Informationen - vor allem dazu, wie die Polizei auf den Tatverdächtigen gekommen ist. Das Alter des Festgenommenen habe ihn überrascht. In der Vergangenheit war die Polizei von einem deutlich jüngeren Mann ausgegangen. Der inzwischen 86-jährige Vater der Getöteten hofft, dass er bald dieses Kapitel in seinem Leben beenden und die Last ablegen kann.

Auch der leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler zeigte sich bewegt: "Der Sexualmord mag lange zurückliegen, aber der Fall hat sich in das Gedächtnis der Menschen in der Region eingebrannt." Der Cold Case habe Polizei und Staatsanwaltschaft nie losgelassen. Solche Fälle seien wie eine offene Wunde, die nicht verheile.

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Pia Nicoley
Foto von Multimediareporterin Pia Nicoley aus dem SWR-Studio Koblenz
Sarah Mauer
Foto von Multimediareporterin Sarah Mauer

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