Der mutmaßliche Mörder der US-amerikanischen Touristin Amy Lopez hat nach Angaben der Ermittler zuletzt in einem Seniorenheim in der Nähe von Koblenz gewohnt. Dort wurde er demnach am Montag, den 23. Februar 2026, festgenommen. Der Mann hat in seinem Leben bereits mehrere Sexualstraftaten begangen und war zu mehreren Haftstrafen verurteilt worden.
Verurteilungen wegen Diebstahls und mehreren Sexualdelikten
So wurde der Mann bereits 1968 zu einer Freiheitsstrafe wegen Diebstahlsdelikten verurteilt, bestätigt die Staatsanwaltschaft Koblenz. Schon damals wurden ihm auch Sexualstraftaten vorgeworfen. Doch er wurde als schuldunfähig eingestuft und deshalb freigesprochen. Stattdessen kam er in eine Heil- und Pflegeanstalt, so die Staatsanwaltschaft Koblenz. 1974 und 1986 wurde er erneut wegen Sexualstraftaten zu Gefängnisstrafen verurteilt.
1999 stand er wieder vor dem Landgericht Koblenz. Der Vorwurf: versuchte Vergewaltigung und Körperverletzung an einer 16-Jährigen. Die Rhein-Zeitung berichtete damals über den Fall und beschrieb, dass der Angeklagte die 16-Jährige in einem Lokal in Koblenz packte, mit einem Elektroschocker bedrohte und sagte "Jetzt wirst du mir gefällig sein!". Das Mädchen konnte sich demnach aber losreißen und fliehen. Für diese Tat wurde der Angeklagte schließlich zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.
DNA-Spur war ausschlaggebend Mord an Amy Lopez: Verurteilter Sexualstraftäter steht unter Verdacht
Die US-Touristin Amy Lopez ist vor 31 Jahren mutmaßlich von einem bereits verurteilten Sexualstraftäter getötet worden. Nach Angaben der Ermittler kamen sie ihm mit einer neuen DNA-Probe auf die Spur.
Sachverständiger stufte den Tatverdächtigen 1999 als gefährlich ein
Schon damals wurde der Mann von einem Sachverständigen als weiterhin gefährlich eingestuft, erläutert die Staatsanwaltschaft heute. Eine Sicherungsverwahrung sei aber damals nicht möglich gewesen, weil die anderen Sexualstraftaten des Mannes mehr als fünf Jahre zurücklagen. Inzwischen hat sich die Gesetzeslage geändert: Heute werden Fälle in einem rückwirkenden Zeitraum von 15 Jahren berücksichtigt, wenn es um die Frage geht, ob Sexualstraftäter in Sicherungsverwahrung kommen.
Im Rahmen des Prozesses 1999 hatte der Mann bereits deutlich gemacht, dass er weitere Straftaten begangen hatte. Wie die Rhein-Zeitung damals berichtete, hatte er dem damaligen Gutachter gestanden, dass eine große Zahl seiner Sexualtaten nie aufgedeckt worden sei.
Neue DNA-Probe brachte den entscheidenen Beweis
Das Verfahren von 1999 trug schließlich auch einen Teil dazu bei, dass der Täter von damals nun als dringend Tatverdächtiger im Fall Amy Lopez festgenommen werden konnte. Im Zuge des damaligen Verfahrens wurde auch geprüft, ob er als möglicher Täter im Fall Amy Lopez infrage käme. Die US-Amerikanerin war 1994 in der Nähe der Festung Ehrenbreitstein vergewaltigt und tot aufgefunden worden. Die Überprüfung seines Alibis und eine DNA-Probe von ihm führten damals aber nicht weiter.
Als sich die im vergangenen Jahr gegründete Ermittlungsgruppe 'Cold Case' der Kriminalpolizei Koblenz neu mit dem Fall Amy Lopez befasste, kam die entscheidende Wendung: Die Ermittler gingen noch einmal alten Spuren nach. Zwischenzeitlich waren mit neuesten technischen Methoden DNA-Spuren von der Kleidung der getöteten Amy Lopez gesichert worden. Der Abgleich der DNA-Spuren ergab eine Übereinstimmung mit der DNA-Probe des 1999 verurteilten Sexualstraftäters, die er freiwillig abgegeben hatte.
Damaliger Ankläger verkündete nun als Leitender Oberstaatsanwalt die Festnahme
Der heutige Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler war bereits in den Prozess 1999 involviert. Er vertrat damals als junger Staatsanwalt die Anklage. Er erinnere sich noch an den Fall, sagte Mannweiler im Gespräch mit dem SWR, vor allem wegen der schwierigen Frage nach der Sicherungsverwahrung. An den damaligen Angeklagten habe er aber keine Erinnerungen mehr, so Mannweiler. In dieser Woche war er es nun, der die Festnahme des mutmaßlichen Mörders von Amy Lopez verkündet hat.