Vor der Sporthalle in Niederzissen ist der Andrang am Freitagmittag groß. Schon bevor die Türen um 13 Uhr geöffnet werden, hat sich eine lange Schlange von Freiwilligen gebildet. Sie alle wollen die Polizei auf der Suche nach dem Mann unterstützen, der im vergangenen Sommer ein siebenjähriges Mädchen in Oberdürenbach sexuell missbraucht hat. "Sowas darf einfach nicht passieren und ich hoffe, dass er gefunden wird", sagt einer der Freiwilligen dem SWR.
Die Polizei hatte im Vorfeld mehr als 2.000 Männer angeschrieben und gebeten, eine Speichelprobe abzugeben. "DNA-Untersuchungen in diesem Ausmaß sind auch bundesweit sehr selten", sagt Jürgen Fachinger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Koblenz.
Proben von Verwandten könnten zum Täter führen
Die Ermittler erhoffen sich von der groß angelegten Aktion neue Hinweise auf den bislang unbekannten Täter. Dass er selbst eine Probe abgibt, halten sie für unwahrscheinlich. Aber auch die Probe eines Verwandten könnte die Polizei zu dem Mann führen, sagt Staatsanwältin Anna Wopperer: "Auch ein Bruder, Onkel oder Cousin kann über die DNA-Probe identifiziert werden."
Auch ein Bruder, Onkel oder Cousin kann über die DNA-Probe identifiziert werden.
Deshalb führt die Kriminalinspektion Mayen nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft Koblenz erneut eine DNA-Reihenuntersuchung durch. Dabei werden Speichelproben entnommen und mit einer am Tatort gesicherten Spur abgeglichen. Bereits im August vergangenen Jahres hatte es eine solche Untersuchung in Oberdürenbach gegeben - ohne Ergebnis.
Schwerer sexueller Missbrauch an Siebenjähriger Nach Sexualdelikt: Polizei hat Befragung in Oberdürenbach beendet
Nach einem Sexualdelikt in Oberdürenbach im Landkreis Ahrweiler hat die Polizei zwei Tage lang alle Einwohner des Dorfes befragt. Die Männer sollten außerdem freiwillig Speichelproben abgeben.
Neue DNA-Reihenuntersuchungen von Freitag bis Sonntag
An diesem Wochenende wird der Kreis der potenziellen Teilnehmer nach Angaben der Polizei deutlich erweitert. Von Freitag bis Sonntag können mehr als 2.000 angeschriebene Männer aus Oberdürenbach und den umliegenden Ortsgemeinden freiwillig eine Speichelprobe abgeben. Die Probenentnahme wird zentral in der Sporthalle in Niederzissen durchgeführt.
Die Polizei betont, dass die Teilnahme freiwillig ist. Die angeschriebenen Personen würden jedoch um Unterstützung gebeten, um die Tat aufklären zu können. Der Fall war bereits mehrfach öffentlich thematisiert worden. Die Ermittlungen dauern an.
Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen Unbekannt
Die Sexualstraftat soll sich nach Angaben der Polizei im Juni vergangenen Jahres in Oberdürenbach ereignet haben. Der Täter habe das Mädchen am 21. Juni 2025 gegen 17 Uhr im Bereich Sportplatz/ Am Burberg angesprochen und zu dem nahegelegenen Reitplatz gelockt. Die Polizei sucht seitdem nach dem Unbekannten, bislang ohne Erfolg. Weitere Details zum Tathergang will die Staatsanwaltschaft nicht bekanntgeben - sowohl um das Opfer zu schützen als auch aus ermittlungstaktischen Gründen.
Die Ermittler sehen aber Hinweise dafür, dass der Täter entweder aus der Gegend rund um Oberdürenbach kommt oder sich dort zumindest auskennt. Deswegen versprechen sie sich von dieser breit angelegten Untersuchung auch durchaus neue Erkenntnisse.
Kriminalpolizei Mayen bittet um Hinweise und Mithilfe aus der Bevölkerung
Die Kriminalinspektion Mayen bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung zum Tatverdächtigen. Bislang seien ausschließlich folgende Merkmale aufgrund der Übereinstimmung von Hinweisen und Aussagen verifiziert: Der Mann ist demnach etwa 30 bis 35 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß. Er habe einen hellen Teint, dunkle kurze Haare und einen Oberlippenbart. Zum Tatzeitpunkt habe er ein schwarzes T-Shirt und eine kurze, schwarze Hose getragen.
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Remagen unter 02642/93820 oder per E-Mail unter piremagen.wache@polizei.rlp.de entgegen. Die Ermittler bitten die Bevölkerung, Hinweise ausschließlich an die Polizei zu richten.