Leerstand ist in vielen Innenstädten ein Problem - auch in Höhr-Grenzhausen im Westerwald. Dagegen will die Stadt aber aktiv vorgehen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden viele kreative Konzepte entwickelt. Dazu gehört auch das neuste Projekt, das jetzt umgesetzt wird: Der Kostnix-Laden. Die Idee dazu kommt von zwei jungen Frauen aus der Region, Sophie Bourger und Paulina Sohni.
Kostnix-Laden will Ort der Nachhaltigkeit und der Begegnung sein
In ihrem Laden kann künftig ganz ohne Geld "eingekauft" werden - immer am ersten und dritten Samstag im Monat, von 10 bis 18 Uhr. Im Sortiment ist das, was andere vorher abgegeben haben: Gebrauchte, aber noch gute Haushaltsgegenstände, von Geschirr über Kinderspielsachen bis zu Büchern oder Deko. Kleidung und sperrige Gegenstände wie Möbel werden vorerst nicht angenommen, können aber an einem schwarzen Brett angeboten werden.
Bei dem Projekt geht es um Nachhaltigkeit, also einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, sollen nicht einfach so weggeworfen werden, wenn sie noch von anderen genutzt werden können. Den Betreiberinnen ist wichtig: In dem Laden ist jeder willkommen und kann mitnehmen, was ihm gefällt - auch, wenn er sich den Kauf auch leisten könnte. Außerdem soll der Laden auch ein Ort der Begegnung sein.
Stadt unterstützt neue Ideen gegen Leerstand
Die Stadt unterstützt die Betreiberinnen, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert (FWG). Weil der Laden nicht auf Profit ausgelegt ist, bekommen sie eine kleine Aufwandsentschädigung. Finanziert wird das mit Fördergeldern aus dem Landesprogramm Innenstadt-Impulse. Denn Ziel des Programms ist es, den Leerstand in Innenstädten zu bekämpfen und damit die Lebensqualität zu steigern. Deswegen stellt die Stadt die Räumlichkeiten im ehemaligen Volksbank-Gebäude, das sie inzwischen erworben hat.
Das große Gebäude stand lange leer, sagt Bürgermeister Letschert. Die Stadt erwäge noch verschiedene Ideen, was damit in Zukunft gemacht werden soll. Eine Idee sei, dass später einmal die Stadtbücherei dort einziehen könne. Für den Kostnix-Laden würde das aber nicht das Ende bedeuten, sagt Letschert: "Wir wollen, dass daraus eine dauerhafte Einrichtung wird." Es gebe noch mehr leerstehende Ladenlokale. Und auch, wenn die Landesförderung ausläuft, will die Stadt den Laden weiter unterstützen.