Altes Gebäude zu klein für den Bedarf

Schöppche Neuwied: Tagesstätte für Obdachlose wird neu gebaut

In Neuwied haben die Bauarbeiten für die neue Tagesstätte für Obdachlose - das sogenannte "Schöppche" begonnen. Das alte Gebäude musste nach Angaben der Caritas abgerissen werden.

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Von Autor/in Lara Steinebach

Seit der Eröffnung der Tagesstätte 1996 ist die Zahl der Wohnungslosen in Neuwied und damit auch die Nachfrage nach Hilfsangeboten angestiegen, wie die Stadt berichtet. Dadurch seien die Räumlichkeiten des "Schöppche" zu klein geworden. Auch aus diesem Grund habe man sich für einen Neubau entschieden. Früher hätten täglich 12 Betroffene das Angebot genutzt, mittlerweile seien es rund 50.

Mehr Platz und hellere Räume auf 200 Quadratmetern

Das neue Gebäude soll über zwei Ebenen gehen und wird etwa viermal so groß wie die ursprüngliche Tagesstätte. Der Neubau biete unter anderem mehr Platz und hellere Räume, so Eberhard Köhler von der Caritas. Zudem sei er auch eine große Wertschätzung gegenüber den Betroffenen und den ehrenamtlichen Helfern. Geplant sind neben Toiletten und Waschräumen auch ein großer Aufenthaltsraum und mehrere kleine Räume. Dort wird unter anderem ein Hausarzt ehrenamtlich ärztliche Untersuchungen anbieten.

Ehrenamtlichen Helfern liegt das Projekt am Herzen

Das "Schöppche" hat täglich von 8 bis 12:30 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können Bedürftige dort zum Beispiel frühstücken oder etwas zu Mittag essen. Menschen ohne Wohnung haben in den Räumen auch die Möglichkeit, sich einfach auszuruhen, zu duschen oder ihre Wäsche zu waschen. Sie bekommen dort bei Bedarf auch neue Kleidung oder andere Utensilien.

Gerlinde Faust und Helene Wilhelmi-Manns sind ehrenamtliche Helferinnen im Schöppchen Neuwied.
Gerlinde Faust (links) und Helene Wilhelmi-Manns helfen als Ehrenamtliche im Schöppchen Neuwied. Sie freuen sich über den Neubau.

Für die ehrenamtlichen Helfer ist das "Schöppche" ein Herzensprojekt: "Jeder Mensch hat das Recht auf eine warme Mahlzeit", sagt Gerlinde Faust. Sie arbeitet seit rund neun Jahren als ehrenamtliche Helferin in der Tagesstätte. Ihre Mitstreiterin Helene Wilhelmi-Manns ist seit mehr als drei Jahren im "Schöppche" und sie erlebt bei den Menschen eine große Dankbarkeit dafür, dass es das Angebot überhaupt gibt. Die Menschen seien ihnen gegenüber immer sehr freundlich.

Jeder Mensch hat das Recht auf eine warme Mahlzeit

Der Nebau des "Schöppche" soll im Frühjahr nächsten Jahres fertig sein. Bis dahin werden die Obdachlosen im Gebäude des ehemaligen Luchterhand-Verlags in der Heddesdorfer Straße 31 versorgt. Das ist laut den ehrenamtlichen Helfern im Vergleich zum alten Gebäude schon eine deutliche Verbesserung, weil die Räume viel größer seien.

Neubau des "Schöppche" kostet 1,2 Millionen Euro

Die Bau- und Planungskosten für das neue "Schöppche" liegen nach Angaben der Stadt Neuwied bei mehr als 1,2 Millionen Euro. Die Kosten werden demnach von den beiden Wirtgen-Stiftungen übernommen. Die Caritas soll weiterhin als Betreiber der Tagesstätte fungieren und wird das hauptamtliche Fachpersonal bereitstellen, das gemeinsam mit den Ehrenamtlichen den Betrieb des Schöppches sichert.

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Lara Steinebach