Mann war im Ahrtal im Einsatz

Prozess: Ex-Soldat soll Frau in Flut-Helfercamp vergewaltigt haben

Vor dem Landgericht Hof in Bayern hat der Prozess gegen einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten wegen schwerer Vergewaltigungen begonnen. Laut Gericht soll er auch eine Frau in einem Helfercamp im Ahrtal vergewaltigt haben.

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Stand

Von Autor/in Sandra Thyssen

Der wegen schwerer Vergewaltigung angeklagte Ex-Soldat soll sich laut Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg unter anderem an einem Abend Ende August 2021 an einer Frau gegen ihren Willen vergangen haben. Das soll im Bereich eines Flut-Helfercamps im Ahrtal passiert sein, das der Mann laut Anklage betrieben hatte.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, dass er dieses Camp ehrenamtlich neben seiner Tätigkeit für die Bundeswehr betrieben habe. Seine Arbeit bei der Bundeswehr hatte seinen Angaben zufolge keinerlei Bezug zu der übernommenen Aufgabe im Helfercamp. Er habe dieses Camp in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister der zuständigen Gemeinde organisiert.

Angeklagter Ex-Soldat bestreitet Vergewaltigungen - bis auf einen Fall

Der Angeklagte soll im Ahrtal, in Bayern, Brandenburg und der Schweiz zwischen 2015 und 2022 insgesamt sechs Frauen zum Teil schwer und in einem Fall auch mehrfach vergewaltigt haben. Er soll dabei gegen die Frauen teilweise erhebliche Gewalt angewendet haben.

Den Geschlechtsverkehr filmte der heute 30-Jährige laut Staatsanwaltschaft zum Teil heimlich und stellte die Aufnahmen ins Netz. Zu Prozessbeginn bestritt er die Vergewaltigungen - bis auf einen Fall. Für diesen wolle er sich entschuldigen. Auch für die Filmaufnahmen schäme er sich und habe den Frauen damit großes Unrecht angetan.

Zu den anderen Fälle erklärten die Anwälte, der Angeklagte habe eine Präferenz für dominanten und gewaltvollen Sex entwickelt. Die ihm vorgeworfenen Taten seien jedoch einvernehmlich erfolgt. Seine Anwälte warfen den betroffenen Frauen eine "nachträgliche emotionale Neubewertung" vor. Diese sei aber nicht strafrechtlich zu bewerten. Der Ex-Soldat habe kein ernsthaftes, ablehnendes Verhalten bei den Frauen bemerkt.

Bei Einsatz in der Ukraine festgenommen

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg wirft dem Mann außerdem vor, kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet zu haben. Dazu ist er wegen des unerlaubten Besitzes von Waffen, Munition und Sprengstoffen angeklagt.

Der Ex-Soldat wurde bei einem Einsatz in der Ukraine festgenommen. Dort habe er auf Seiten der Ukraine an der Front gegen Russland gekämpft, heißt es. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Verfahren wird vor Jugendkammer verhandelt

Für den Prozess sind noch sechs weitere Verhandlungstage vor dem Landgericht Hof in Bayern angesetzt. Da der Mann bei einzelnen der ihm vorgeworfenen Taten rechtlich noch als Heranwachsender galt, wird das Verfahren den Angaben zufolge vor einer Jugendkammer des Landgerichts verhandelt.

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Sandra Thyssen
Bild von Multimediareporterin Sandra Thyssen aus dem SWR-Regionalstudio Koblenz

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