Mitten in einem erkalteten Lavastrom entspannt sich unter der Stadt Mendig ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Die drei jungen Männer waren trotz Verbots in die Stollen eingedrungen und hatten dann die Orientierung verloren, wie die Polizei mitteilte.
Demnach gelang es den Männern im Alter zwischen 19 und 21 Jahren, einen Schacht zu finden und dort einen Notruf abzusetzen. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst rückten aus und wurden von einem Experten des Umweltministeriums unterstützt. Mit Hilfe von Plänen suchten die Einsatzkräfte die verschiedenen Zugänge ab.
Handyortung funktionierte in Tunneln nicht
Nach Angaben der Verbandsgemeinde standen die Feuerwehrleute in ständigem Kontakt mit den Verirrten. Da die Handyortung nicht genau funktioniert habe, sei immer wieder das Martinshorn eingeschaltet worden - die Männer hätten dann Rückmeldung dazu gegeben, wie gut das Horn für sie zu hören war. Schließlich konnten die drei gefunden und in Sicherheit gebracht werden.
Nach Angaben der Polizei waren sie nicht verletzt, aber leicht unterkühlt. In den unterirdischen Stollen herrscht ganzjährig eine Temperatur von rund sieben Grad. Die Männer sollen rund drei bis vier Stunden in den Tunneln unterwegs gewesen sein, bevor sie den Notruf absetzten.
Männer müssen Kosten für Rettungseinsatz bezahlen
Wie die Polizei weiter berichtet, stammen die drei aus Nordrhein-Westfalen. Warum sie in die Tunnel eingedrungen waren, dazu konnte die Polizei zunächst nichts sagen. Gegen die jungen Männer wurde Strafanzeige erstattet. Zudem müssen sie damit rechnen, die Kosten für den Rettungseinsatz - laut Verbandsgemeinde rund 1.000 Euro - übernehmen zu müssen.
Die Polizei warnt eindringlich davor, die unterirdischen Anlagen unerlaubt zu betreten. Wer sich dort aufhalte, gefährde nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte. Der Bürgermeister der Stadt Mendig, Achim Grün (CDU), unterstreicht im Gespräch mit dem SWR, die Gefahr: "Das ist Natur, viele Steine sind locker. Die können herunterfallen."
Eingänge zu Mendiger Tunnel alle gesichert
Seinen Worten zu Folge sind die Zugänge zu den Tunneln alle gesichert beziehungsweise versiegelt oder auf umzäunten Privatgeländen. Daher käme es nur sehr selten vor, dass Menschen sich dorthin verirrten: "Da muss man schon gezielt reinwollen", meint Grün. Er empfiehlt allen, die sich für das Tunnelsystem interessieren eine, der öffentlichen Führungen zu machen.