Römer selbst von Flut betroffen

Flut im Ahrtal machte Villa aus der Römerzeit sichtbar

2020 entdeckten Archäologen Überreste einer römischen Villa am Ufer der Ahr. Die Flutkatastrophe legte kurze Zeit später die Mauern frei. Jetzt sind Funde daraus in Sinzig ausgestellt.

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Von Autor/in Martin Gärtner, Jana Mack

Es ist ein ganz besonderer Fund für Archäologe Gabriel Heeren: eine Römervilla direkt am Ufer der Ahr bei Fuchshofen. Sie sei bei der Ahrflut freigespült worden und zeige, dass Menschen im Ahrtal schon zur Römerzeit von Flutkatastrophen betroffen waren.

Flutkatastrophe an der Ahr legte römische Villa am Ufer frei

Seit 2020 war in archäologischen Kreisen bekannt, dass bei Fuchshofen Überreste einer großen repräsentativen Römervilla in der Erde liegen. Das hatte eine geomagnetische Messung ergeben. Kurze Zeit später legten die Wassermassen bei der Ahrflut überraschend große Überreste der Villa frei, so Heeren.

Archäologe erstaunt über freigespülte Villa bei Fuchshofen

Der Archäologe hat die Fundstelle gemeinsam mit anderen Fachleuten analysiert und herausgefunden, dass die römische Villa etwa im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus errichtet worden war. Sie war demnach etwa 60 Meter lang und 40 Meter breit.

Dass die Flutkatastrophe es schafft, so eine Villa regelrecht freizulegen, hat mich sehr erstaunt und auch sehr berührt.

Heeren sagt: "Ich habe schon an vielen Ausgrabungen gearbeitet, aber dass die Flutkatastrophe es schafft, so eine Villa regelrecht freizulegen, hat mich sehr erstaunt und auch sehr berührt." Neben jahrhundertealten Brückenpfeilern ist die Villa eine weitere spektakuläre Freilegung durch die Flut.

Drohnenaufnahme von Römervilla im Ahrtal
Archäologie-Fachleute dokumentierten die Überreste der römischen Villa, das Foto zeigt den Stand einige Zeit nach der Flut.

Ahrflut machte römische Villa unbewohnbar

Auch in Ahrweiler gab es durch die Flutkatastrophe neue Erkenntnisse bei einer dortigen Römervilla. Dort liegt das Gebäude allerdings etwas erhöht und weiter weg von der Ahr. Bei Fuchshofen liegen die Überreste der ursprünglichen Villa direkt am Ufer der Ahr. Das sei den vermutlich sehr wohlhabenden Bewohnerinnen und Bewohnern im dritten oder vierten Jahrhundert zum Verhängnis geworden.

Archäologe Gabriel Heeren im Porträt
Für den Archäologen und Museumsleiter in Sinzig, Gabriel Heeren, ist die Römervilla am Ufer der Ahr ein besonderer Fund. Er ist seit zwölf Jahren bei Ausgrabungen im Ahrtal aktiv.

Denn die Untersuchungen ergaben auch: Die Villa wurde von einer Ahrflut getroffen. Sie beschädigte die Villa wohl so stark, dass die Römerinnen und Römer das Gebäude nicht mehr nutzen und stattdessen etwas erhöht und weiter weg von der Ahr in ein anderes Gebäude umzogen - mit deutlich weniger Prunk.

Münze aus einer römischen Villa im Ahrtal
Funde wie Münzen aus einer römischen Villa am Ufer der Ahr werden im Museum der Stadt Sinzig ausgestellt.

Museum zeigt Überreste aus Römervilla

Von den beiden Gebäuden ist jetzt nicht mehr viel zu sehen. Am Fundort der Überreste bei Fuchshofen wächst mittlerweile alles wieder allmählich zu. Es ist Privatgelände. Heute grasen Pferde zwischen den alten Mauerresten der Villa.

In Sinzig werden einige Funde aus Fuchshofen jetzt ausgestellt, unter anderem Scherben und eine Münze aus der Zeit des Römer-Kaisers Tiberius. Die Fundstücke sind Teil der Ausstellung "Nicht für die Ewigkeit - Brücken im Ahrtal" im Heimatmuseum Schloss Sinzig.

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